Das Maiglöckchen ist die Giftpflanze des Jahres 2014

30.04.2014 Haus & Garten

Im Wonnemonat Mai schmücken seine schneeweißen Blüten Wälder, Gärten und Vasen

Über 5 000 Personen beteiligten sich an der Wahl zur Giftpflanze des Jahres 2014 des Botanischen Sondergartens in Hamburg-Wandsbek. Die meisten Stimmzettel, nämlich 36,5 Prozent, gingen für das Maiglöckchen ein, das in der Kategorie „Staude“ angetreten war. Den zweiten Platz belegte die Engelstrompete mit 32,2 Prozent, gefolgt von Blauregen mit 20,8 und Tomate mit 10,5 Prozent. Auch im zehnten Wahljahr ist das Ziel der Aktion, mehr Menschen für Giftpflanzen zu interessieren.

Botanik der anmutigen Frühlingsblume

Das in Europa und Nordasien beheimatete Maiglöckchen (Convallaria majalis) stammt aus der Familie der Spargelgewächse. Der Gattungsname Convallaria bedeutet Talsenke, ein bevorzugter Standort des Maiglöckchens. Der Blütemonat Mai führt zu dem Artnamen majalis. Die zehn bis 20 Zentimeter hohe Pflanze ist in schattigen Laubmischwäldern verbreitet und auch als Zierstaude im Garten oder Topf sowie als Schnittblume beliebt. Das Maiglöckchen trägt seine fünf bis zehn kleinen, schneeweißen, glockenförmigen Blüten in einer länglichen Traube. Die Blüten weisen alle in eine Richtung, duften süßlich und blühen von Mai bis Juni. Im Juli und August erscheinen dann die leuchtend roten Beeren. Die großen, dunkelgrünen Blätter entspringen direkt aus der Wurzel.

Eine gefährliche Mischung: Hübsch und giftig zugleich!

Alle Pflanzenteile des Maiglöckchens, insbesondere die Blüten und Früchte, sind sehr stark giftig. Für kleine Kinder, die gerne mit Beeren oder Blumen spielen, kann das gefährlich werden. Zu den Symptomen nach Verschlucken zählen Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Sehstörungen und Schwindelgefühl. Bei starken Vergiftungen kommt es zu Herzrhythmusstörungen. Diese kommen zum Glück nur selten vor, da die giftigen Glykoside im Magen-Darm-Trakt schlecht aufgenommen werden. Beim geringsten Verdacht auf eine Vergiftung sollte man direkt einen Arzt aufsuchen. Auch die Giftinformationszentralen sind kompetente Ansprechpartner.

Bärlauchblätter sehen den Blättern des Maiglöckchens zum Verwechseln ähnlich. Beim Sammeln sollte man daher unbedingt den Geruchstest machen – Bärlauch riecht stark nach Lauch beziehungsweise Knoblauch. 

Giftpflanze mit heilender Wirkung

Früher war es für bedeutende Ärzte üblich, sich mit bestimmten medizinischen Symbolen porträtieren zu lassen. Als Symbol für die Heilkunde diente oft das Maiglöckchen, das als Allheilmittel betrachtet wurde. Die Inhaltsstoffe des Maiglöckchens finden sich heute in Präparaten für Herzerkrankungen. Sie wirken herzstärkend und werden so vorwiegend bei Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen eingesetzt.

Die Aktion „Giftpflanze des Jahres“ geht weiter

Bis zum 20. Mai 2014 kann jeder Interessierte Kandidaten aus einer Liste für die Wahl der Giftpflanze 2015 vorschlagen. Aus diesen Vorschlägen wird von Juni bis Dezember je eine Staude, ein Gehölz und eine Kübel-/Zimmerpflanze sowie eine ein- oder zweijährige Pflanze zur Wahl gestellt.

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