© Heinrich Beltz
07.07.2026

Spinnmilben lieben Hitze

Besonders an heißen Standorten Schäden an Gartenpflanzen möglich

"Rote Spinne" und andere Spinnmilben treten vor allem in Gewächshäusern und an heißen, trockenen Standorten auf, an denen sie Gurken, Efeu, Zitrus, Obstbäume und andere Pflanzen erheblich schädigen können.

Der Klimawandel hat längere Hitze- und Trockenperioden zur Folge, durch die manche Schädlinge erheblich gefördert werden. Dazu gehören Spinnmilben, deren bekannteste Vertreterin die Bohnenspinnmilbe Tetranychus urticae ist. Aber auch die Obstbaumspinnmilbe, die Nadelholzspinnmilbe und einige andere sind weit verbreitet.

Aussehen und Lebensweise

Spinnmilben zeichnen sich dadurch aus, dass sie rundlich und sehr klein sind; die meisten Arten sind nur etwa 0,2 bis 0,6 Millimeter lang. Sie sind mit bloßem Auge also gerade noch zu erkennen, auffälliger sind aber ihre dunklen Kottröpfchen, manchmal ihre Spinnennetze und vor allem die Schäden, die sie an den Pflanzen verursachen.

Spinnmilben (Tetranychidae) sind eine Familie der Milben (Acari), die zu den Spinnentieren (Arachnida) gehören. Wie die Webspinnen (Araneae) haben die erwachsenen Tiere im Gegensatz zu den Insekten nicht drei, sondern vier Beinpaare. Die Jugendstadien (Larven) zählen allerdings nur drei Beinpaare. Manche Arten wie die Bohnenspinnmilbe Tetranychus urticae, die Nadelholzspinnmilbe Oligonychus ununguis oder die Bambusmilbe Schizotetranychus celarius spinnen zu ihrem Schutz feine Netze, aber andere wie die Obstbaumspinnmilbe Panonychus ulmi und die Buchsbaumspinnmilbe Eurytetranychus buxi können das nicht.

Sowohl die Obstbaumspinnmilbe als auch die Bohnenspinnmilbe werden gelegentlich "Rote Spinne" genannt, obwohl sie meist gelblich sind und lediglich bei Kälte im Herbst/Winter rötlich gefärbt sein können. Die deutlich größere und leuchtend rot gefärbte Rote Samtmilbe (Trombidium holosericeum) sollte nicht mit "Roter Spinne" verwechselt werden, da sie nicht zur Familie der Spinnmilben gehört und keine Pflanzen schädigt, sondern sich räuberisch vor allem von Insekten ernährt.

Spinnmilben lieben Wärme und können sich vor allem dort in Massen vermehren, wo die Lufttemperaturen relativ hoch sind. Das sind vor allem Gewächshäuser, Wohnräume und warme Gartenstandorte. Manche Arten wie die Bohnenspinnmilbe (Gemeine Spinnmilbe) haben ein sehr breites Wirtsspektrum, andere wie die Nadelholz- und die Obstbaumspinnmilbe ein deutlich schmaleres.

Schäden

Spinnmilben schädigen die Pflanzen dadurch, dass sie in ihr Gewebe einstechen und den Pflanzensaft aus den Zellen saugen. Anders als bei den meisten Blattlausarten ist ihr Saugrüssel aber zu kurz, um die Leitgefäße zu erreichen. Dadurch müssen sie sehr häufig einstechen und verursachen viele kleine, helle Punkte um die Einstichstellen im Blatt. Meist sitzen die Tiere auf der Blattunterseite, gelegentlich aber auch auf der Oberseite oder um das ganze Blatt und den Stängel verteilt. Während sich leichter Befall zunächst in kleinen, hellen Blattsprenkeln äußert, führt stärkerer Befall schnell zum Abwurf der Nadeln oder der Blätter und kann die Pflanzen zum Absterben bringen.

Gegenmaßnahmen

Maßnahmen zum Schutz gegen Schäden durch Spinnmilbenbefall sind mitunter schwierig. Wenn Pflanzen in Töpfen oder Kübeln befallen werden, sollten sie möglichst bald an einen kühlen Ort geräumt werden, wo etwas Luftbewegung herrscht und, wenn möglich, das Laub feucht gehalten wird. Meist werden die Tiere dort auf natürlichem Wege dezimiert, und die Pflanzen erholen sich ohne weitere Eingriffe. Vor allem bei Zimmerpflanzen ist das oft eine gute Möglichkeit, das Problem zu lösen.

Bei Pflanzen, die im Boden ausgepflanzt sind, sind Gegenmaßnahmen deutlich schwieriger. Moderne, für den Einsatz im Hausgarten zugelassene Insektizide haben meist nur eine begrenzte Nebenwirkung gegen Spinnmilben. In Gewächshäusern können bei leichtem Anfangsbefall oder besser noch vorbeugend Nützlinge eingesetzt werden (Raubmilben), die im Handel bezogen werden können. Wenn möglich, sollten Gewächshäuser und Wintergärten gut gelüftet werden und die Luftfeuchte nicht zu stark abfallen. 

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