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Haus & Garten
01.09.2022

Jeder Garten zählt

Blühstreifen und einheimische Pflanzen fördern die Artenvielfalt. Foto: Catrin Hahn

Wie privates Grün die biologische Vielfalt schützen kann

Tausende Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. 17 Millionen Gärten in Deutschland könnten jedoch hervorragende Lebensbedingungen bieten – wenn sie vielfältig gestaltet sind.

Unglücklicherweise sind viele private Gärten aber „Wüsten“ ohne große Artenvielfalt: weite, kurzgehaltene Grasflächen, Kirschlorbeerhecken, Schottergärten, höchstens mal ein blühender Obstbaum. Das Forschungsprojekt gARTENreich will Gartenbesitzer dabei unterstützen, grüne Oasen zu schaffen, die für die einheimische Fauna und Flora eine Bereicherung sind. Schließlich sind hierzulande etwa 7000 Mikroorganismen, Tier- und Pflanzenarten – rund 10 Prozent aller Arten – gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Viele Faktoren haben dazu beigetragen, Der Klimawandel verstärkt die Entwicklung noch einmal. Klar ist: Wir brauchen eine Trendumkehr.

Wie kann man die erreichen, den Artenschwund aufhalten? Stadtplaner, Kommunen, die Landwirtschaft sind hier gefordert. Aber auch Gartenbesitzer können einen Beitrag leisten. Schließlich nehmen die 17 Millionen Gärten immerhin 2 Prozent der Landesfläche in Anspruch und könnten wertvolle Biotope für ein artenreiches Leben bieten. Was sie im Moment nicht tun; die Vielfalt in den Gärten hat in den letzten Jahren sogar abgenommen.

Gärten als „ökologische Trittsteine“

Dennoch: Gärten können einen effektiven Beitrag zum Artenschutz leisten. Sie können zur Erhöhung der Artenvielfalt beitragen und „ökologische Trittsteine“ bilden, die Schutzgebiete und andere naturnahe Areale miteinander verbinden. Eine solche Vernetzung ist eine wichtige Voraussetzung für stabile Bestände einer Art.

Ein im November 2021 gestartetes dreijähriges Forschungsprojekt will Gartenbesitzern vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten anbieten. Sie sollen die Gärten nicht nur abwechslungsreicher machen, sondern auch in puncto Pflegeaufwand und Ästhetik den Ansprüchen  von Hobbygärtnern entsprechen. Nur so wird die Motivation groß genug sein, den eigenen Garten umzuwandeln, vermuten die Projektpartner vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung, der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, dem Naturschutzbund Deutschland, NaturGarten e. V., der Stadt Gütersloh und der Gemeinde Aumühle.

Untersucht werden neben der ökologisch sinnvollen Gartengestaltung auch sozialwissenschaftliche Gesichtspunkte oder die Frage, wie Gartenbesitzer ihre Flächen nutzen möchten. Das passiert mit Umfragen, Dialogveranstaltungen und der Gestaltung von Beispiel-Gärten in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Die Ergebnisse sollen in Leitfäden und Tipps veröffentlicht werden. Informationen gibt es auf der Webseite des Projekts www.gartenreich-projekt.de

Quelle: pflanzenforschung.de

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