Bäume mit schmückender Rinde
Die weiße Rinde der Birken ist ihr auffälligstes Merkmal, hier eine Sandbirke Betula pendula.
Bäume mit schmückender Rinde
Birke, Platane & Co. ziehen die Blicke auf sich
Viele Pflanzen stechen mit ihren bunten Blüten oder mit farbigem Laub ins Auge, aber wer genauer hinsieht, kann sich auch an der meist nicht ganz so auffälligen Rinde der Bäume erfreuen. Denn neben Birken und Platanen können auch Ahorne, Kirschen und andere Baumarten mit ihrer Rinde für Aufmerksamkeit sorgen.
Die Bäume mit der markantesten Rinde sind wohl die Birken. Besonders in Nord- und Osteuropa gibt es ganze Wälder aus den anspruchslosen und sehr frostharten Sandbirken (Betula pendula), die mit ihren weißen Stämmen die Landschaft prägen. In Gärten wird allerdings meist die Himalaya-Birke Betula utilis bevorzugt, deren Stamm noch "weißer" ist, das heißt weniger Bereiche mit schwarzer Rinde zeigt.
Platanen
Auch die schöne, hellbraune bis grünliche, plattenartig abblätternde Rinde der Platanen wie der Platanus x acerifolia hat ihren Reiz und ist weit bekannt. Genau wie Birken können Platanen zwar zu sehr großen Bäumen heranwachsen, aber sie sind schnittverträglicher, wie die bekannten "Dachplatanen" zeigen, die besonders in Südeuropa verbreitet sind und daher ein mediterranes Flair verleihen können. Diese werden regelmäßig, meist jährlich, geschnitten, sodass an den Schnittstellen knubbelartige Wucherungen entstehen, und können dadurch in einer Höhe und Breite von etwa 3 bis 4 Metern gehalten werden. Im Gegensatz zu Birken und den meisten anderen Gehölzen vertragen Platanen diesen starken Schnitt recht gut, sodass die Wunden gut verheilen und das Holz nicht nach innen fault.
Schlangenhaut-Ahorne
Weniger bekannt sind die wertvollen, seltenen Ahorne mit gemusterter Rinde, die in der Gruppe der "Schlangehaut-Ahorne" zusammengefasst werden. Dazu gehören zum Beispiel der Koreanische Schlangenhaut-Ahorn Acer tegmentosum, der Rote Schlangenhaut-Ahorn Acer capillipes, der Davids-Ahorn Acer davidii, der Streifen-Ahorn Acer pensylvanicum und der Rotnervige Schlangenhaut-Ahorn Acer rufinerve. Die Rinde der Schlangenhaut-Ahorne ist zwar von weitem nicht sehr auffällig, aber wer genauer hinschaut, erkennt die feine, weiße bis hellgraue Maserung auf der grünlichen Rinde, die sehr interessante Muster bildet.
Kupferfarben: Ahorn und Kirsche
Der Zimt-Ahorn Acer griseum dagegen bildet eine kupferbraun glänzende, ähnlich wie bei Birken abrollende Rinde. Eine ähnliche, kupferglänzende Rinde besitzt auch die Tibetanische Bergkirsche oder Mahagoni-Kirsche Prunus serrula.
Borkige Bäume
Die bekannte Korkeiche Quercus suber ist leider in Mitteleuropa nicht ausreichend frosthart, aber eine interessante, schon in jungem Alter ähnlich borkige, auffällige Rinde bilden auch der Amberbaum Liquidambar styraciflua, die Baum-Hasel Corylus colurna, der Schwarze Holunder Sambucus nigra sowie der Amur-Korkbaum Phellodendron amurense.
Kiefern
Bei der Aufzählung von Bäumen mit schöner Rinde dürfen Kiefern nicht fehlen. Die heimische Föhre Pinus sylvestris bildet eine wunderschöne, rotbraune, abschuppende Rinde, passt aber wegen ihres starken Wachstums schlecht in Hausgärten. Dort wird oft die Sorte Pinus sylvestris 'Watereri' gepflanzt, die die gleiche rotbraune Rinde bildet, aber nur etwa 3 bis 5 Meter hoch und breit wird. Auch die Österreichische Schwarzkiefer Pinus nigra ssp. nigra bekommt im Alter eine sehr schöne Borke, die sich durch ihre deutlich gröberen Schuppen mit tiefen Rissen auszeichnet. Für die meisten Hausgärten wächst sie allerdings zu stark, dort eignen sich kompakt wachsende Sorten wie Pinus nigra 'Select'.
Bizarre Stämme
Neben Pflanzen, die durch die Oberfläche ihrer Rinde zieren, gibt es auch Bäume, die interessant geformte Stämme besitzen. Dazu gehören die bei uns heimische Hainbuche oder Weißbuche Carpinus betulus sowie der Urwelt-Mammutbaum Metasequoia glyptostroboides. Beide bilden wellig-wulstige, knorrige Stämme, die als "spannrückig" bezeichnet werden. Beim Urwelt-Mammutbaum ist, ähnlich wie bei vielen Zypressen, Scheinzypressen und Lebensbäumen, außerdem die rötlichbraune Rinde interessant, die in langen Streifen abblättert. Die Hainbuche dagegen hat eine glatte, silbergraue Rinde. Wegen ihres starken Wachstums sind sie allerdings beide für Gärten nur beschränkt geeignet.
Wenn die Vielfalt der Rinde und Stammformen der Bäume auch auf den ersten Blick nicht so auffällig sind wie ihre Blätter und Blüten, lohnt es sich doch, sie bei der Pflanzenauswahl auch in Betracht zu ziehen. Denn besonders im Winter, wenn die Farben der Blüten und Blätter fehlen, können sie interessante Akzente im Garten setzen.