Andorn ist "Arzneipflanze des Jahres 2018"

09.10.2018 Haus & Garten

Weitgehend unbekannt, aber wirksam

Wer bei nasskaltem Herbstwetter empfindlich auf Wind und Regen mit Erkältungen reagiert, dem sei der Andorn empfohlen. Der kleine Lippenblütler stärkt die Abwehrkräfte und hilft gegen hartnäckigen Husten. Grund genug, ihn zur „Arzneipflanze des Jahres 2018“ auszuloben.

Andorn (Marrubium vulgare) ist schon seit mehr als 2000 Jahren bekannt, als Heilpflanze kennen ihn heute aber nur wenige. Das könnte sich in diesem Jahr ändern, denn der interdisziplinäre Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg hat ihn zur Arzneipflanze des Jahres 2018 gewählt.

Andorn erinnert ein wenig an Melisse oder Ackerminze, die Blätter sind jedoch rundlicher und auf der Unterseite filzig behaart. Er gehört zu den Lippenblütlern. Zur Blütezeit bildet Andorn kugelförmige Scheinquirle mit kleinen weißen Blüten aus. Die ausdauernde halbstrauchige, krautige Pflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimetern. Bei uns wächst Andorn in wärmeren Gebieten inzwischen auch verwildert. Als Arzneipflanze ist Andorn für seine schleimlösende Wirkung bei erkältungsbedingtem Husten bekannt. Wirksam sind vor allem die Diterpen-Bitterstoffe, allen voran das Marrubiin. Neben den Bitterstoffen enthält das Andornkraut unter anderem Flavonoide, Lamiaceen-Gerbstoffe und ätherische Öle. Die Bitterstoffe aktivieren Rezeptoren auf den glatten Muskelzellen der Bronchien, wodurch diese sich wieder weiten und der Schleim sich lösen kann. Außerdem wird Andorn noch eine verdauungsfördernde Wirkung zugesprochen. Andorn kann als Tee und als Fluidextrakt in Tropfen eingenommen werden.

Arzneipflanze des Jahres 2018: Andorn

Quelle: 
Forschergruppe Klostermedizin GmbH