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Haus & Garten
11.02.2014

Spitzwegerich ist "Arzneipflanze des Jahres 2014"

Spitzwegerich-Tee hilft gegen Husten. Foto: Fotolia

Erste Hilfe vom Wegesrand

„Erfahrungen aus der Volksmedizin und Laboruntersuchungen zeigen, dass die Inhaltsstoffe des Spitzwegerichs Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum lindern. Das haben auch verschiedene deutsche und europäische Kommissionen anerkannt“, teilte der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg mit. Mit der Wahl des Spitzwegerichs (Plantago lanceolata) zur Arzneipflanze des Jahres 2014 ist auch ein Aufruf zur Forschung verbunden, denn klinische Studien, die seine heilsame Wirkung nachweisen, liegen noch nicht vor.

Der König des Weges

Der Name Wegerich stammt von den althochdeutschen Wörtern „wega“, das bedeutet Weg, und „rih“, das heißt König. Wahrscheinlich ein Hinweis darauf, dass der Wegerich sogar auf befahrenen Wegen gedeiht. Spitzwegerich wächst jedoch meist an Wegrändern, auf trockenen Wiesen und Äckern. Seinen Namen verdankt er den spitz zulaufenden, 10 bis 20 Zentimeter langen, schmalen, aufrecht stehenden Blättern, die eine Bodenrosette bilden. Der Blütenstiel kann bis zu 60 Zentimeter hoch wachsen. Er trägt bräunliche, walzenförmige Blütenähren, die von Mai bis in den September blühen. Heute ist der Spitzwegerich fast überall auf der Welt zu Hause.

Vielfältige Arzneistoffe in den Blättern

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen der Blätter des Spitzwegerichs gehören die antibakteriell wirkenden Iridoidglykoside. Seine Schleimstoffe sind besonders bei trockenem Husten hilfreich: Sie legen sich wie ein schützender Film über die Mund- und Rachenschleimhaut und lindern so den Hustenreiz. Außerdem enthalten die Blätter Gerbstoffe, die zusammenziehend und blutstillend wirken und die Schleimhäute stabilisieren. Weitere positive Effekte üben Flavonoide, Kaffeesäurederviate, Saponin, Kieselsäure und Mineralstoffe wie Zink und Kalium aus.

Das Wildkraut lindert viele Leiden

Schon seit der Antike werden die Wegerich-Arten – insbesondere der Spitzwegerich – in der Heilkunde genutzt. Anwendungsgebiete sind Blutungen, Hautverletzungen wie Insektenstiche und Entzündungen, Asthma, Entzündungen in der Mundhöhle, Zahn- und Ohrenschmerzen sowie brennende Augen.

Aus den Blättern des Spitzwegerichs lässt sich einfach und schnell ein Sirup herstellen, der den Hustenreiz dämpft. Aber auch eine Tasse Spitzwegerich-Tee ist wirksam: Dafür einen Teelöffel getrockneten Spitzwegerich mit 150 Milliliter kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Gegen den Juckreiz bei Insektenstichen hilft es, ein angekautes Blatt auf den Stich zu legen. Außerdem schmecken frische Blätter gut in einem Wildkräutersalat.

Zum Schluss noch eine äußerliche Anwendung: Beim Wandern sollen Spitzwegerichblätter in den Schuhen die Bildung von Blasen verhindern.

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