Quinoa Made in Germany
Das Projekt an der Uni Hohenheim möchte an heimische Standote angepasste Sorten entwickeln.
Quinoa Made in Germany
Züchter wollen das Superfood aus den Anden an heimische Bedingungen anpassen
Quinoa, das Superfood aus den Anden, könnte schon bald häufiger auf deutschen Feldern wachsen. Damit würde die Landwirtschaft vielfältiger und klimaresilienter – und weniger von Importen abhängig.
An dieser Idee arbeiten Forschende im Verbundprojekt Q4F unter der Leitung von Professor Dr. Karl Schmid von der Universität Hohenheim. Sie wollen neue, leistungsstarke Sorten entwickeln, mit denen Quinoa ein fester Bestandteil einer nachhaltigen Landwirtschaft in Deutschland werden kann.
Das Hochland-Korn
Quinoa, auch Reismelde genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse. In den Anden wird sie seit etwa 5000 Jahren als Kulturpflanze genutzt. Sie ist anspruchslos, verträgt Hitze, Kälte und Trockenheit und gedeiht bis in Höhen von über 4000 Metern. Die Pflanze bildet kleine, nur 1 bis 2 Millimeter große Samen aus, die in den Hochregionen als Grundnahrungsmittel zu einer gesunden Ernährung der Bergvölker beitragen. Reich an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen, gilt es auch hier seit einiger Zeit als Superfood. Quinoa wird hierzulande auch schon seit ein paar Jahren angebaut, zum Beispiel in Hessen im Vertragsanbau für „Mudda Natur“ (www.muddanatur.com).
Allerdings können die bisher verfügbaren Sorten weder in der Qualität noch in der Wirtschaftlichkeit mit den Importen aus Südamerika konkurrieren. Hier setzt das Forschungsprojekt „Quinoa für zukünftige diversifizierte Agrarsysteme“ an. Im Zentrum der Forschung steht die Identifizierung von Genen, die die besonderen Anforderungen der deutschen Landwirtschaft erfüllen. Das sind beispielsweise der Wunsch nach hohen Erträgen, die Anpassung an unterschiedliche Klimabedingungen, Trockenheitsresistenz oder die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten. Parallel dazu entwickeln die Forschenden verschiedene Anbausysteme, wie Quinoa an verschiedenen Standorten Deutschlands optimal kultiviert werden kann.
Sorten und Anbausysteme
Die Züchtung neuer, leistungsfähiger Quinoa-Sorten, die gut an die jeweiligen Standortbedingungen angepasst sind, ist ein weiterer Baustein. Auf Basis des Erbguts entwickeln die Projektbeteiligten dazu ein Vorhersagemodell, mit dem sie vielversprechende Nachkommen auswählen können. Basis dafür ist eine große Vielfalt genetischen Materials, das aus rund 600 Genbankmustern, aus Nachkommen von mehr als zehn Kreuzungen unterschiedlicher Elternlinien sowie aus etwa 15 europäischen Quinoa-Sorten stammt.
Quelle: Uni Hohenheim