Tag der Chia-Samen am 23. März

Mexikanische Chia - Superfood mit langer Geschichte

Der „Tag der Chia-Samen“ wurde am 23. März 2012 zum ersten Mal begangen. Und zwar vom US-Unternehmen Mamma Chia, das – wen wundert’s? – Chia-Samen und daraus hergestellte Produkte vertreibt. Aber wie super sind die Samen der Chia-Pflanze eigentlich?

Der botanische Name Salvia hispanica ist ein wenig irreführend, denn ursprünglich stammt die Pflanze aus Mexiko und Guatemala. Von dort brachten die spanischen Eroberer die Pflanze mit in ihre Heimat. Sie ist nicht zu verwechseln mit Salvia lavandulifolia, einer Salbei-Art, die auch Spanischer Salbei genannt wird und eine Varietät des Echten Salbeis ist. Gleichwohl gehört die Salvia hispanica derselben Pflanzengattung an und ist ebenfalls Teil der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie wird auch Mexikanische Chia genannt. Heute wird die Chia-Pflanze in mehreren Ländern Zentral- und Südamerikas angebaut, aber auch in Australien und Südostasien.

Beschreibung der Mexikanischen Chia

Salvia hispanica ist eine einjährige krautige Pflanze, die fast 2 Meter hoch werden kann. Die vierkantigen, hellgrünen Stängel sind nur leicht verzweigt und haarig. Die blau-violetten oder weißen Blüten stehen in mehreren sogenannten Scheinquirlen zusammen, welche bis zu 20 Zentimeter lang werden können. Nach dem Welken der Blüten reifen die sogenannten Klausenfrüchte heran. Dabei handelt es sich um eine spezielle Form der Zerfallfrucht, die vor allem bei den Lippenblütlern vorkommt: Bei der Reifung verfärbt sie sich von grün zu hellbraun und zerfällt durch Spaltung echter und falscher Scheidewände in vier einsamige Teilfrüchte mit den Samen, die Klausen. Chia-Samen können braun, grau oder schwarz sein, gestreift oder gesprenkelt. Die weißblühenden Pflanzen haben etwas größere, weiße Samen.

Geschichte von Salvia hispanica

Salvia hispanica wurde in Mexiko schon in der Zeit vor den Azteken angebaut. Die Pflanze soll ebenso große Bedeutung als Nahrungsmittel gehabt haben wie Mais. Daneben wurden die Samen auch zu medizinischen Zwecken und zur Ölgewinnung genutzt. In vorspanischer Zeit war es üblich, die Chia-Samen zu rösten und zu mahlen, um sie zusammen mit Maismehl zu Tortillas zu verarbeiten. Diese Tradition war mit der Eroberung durch die Spanier und mit dem Untergang der Azteken lange Zeit in Vergessenheit geraten. Einen Boom erlebten Chia-Samen nach der Veröffentlichung von Christopher McDougalls weltweitem Bestseller „Born to Run. Darin beschrieb er das Getränk Iskiate, auch „Chia Fresca“ oder „Agua de Chia“ genannt, bei dem die Samen mit Wasser, Zitronensaft und Honig vermischt werden. Das Rezept stammt ursprünglich vom Volksstamm der Tamahumara aus dem Norden Mexikos, dessen Angehörige als Langstreckenläufer berühmt sind. Iskiate soll den Körper über einen längeren Zeitraum mit Energie und mit Flüssigkeit versorgen. Heute wird das Pseudogetreide auch wieder als Zutat beim Backen eingesetzt, um den Nährstoffgehalt von Brot und Gebäck zu erhöhen.

Warum sind Chia-Samen so gesund?

Chia bedeutet übersetzt so viel wie „Kraft“ oder „Stärke“. Und tatsächlich haben Chia-Samen jede Menge gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe wie wertvolle Omega 3-Fettsäuren, hochwertiges Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Außerdem liefern sie viele Ballaststoffe, die dafür sorgen, dass Chia-Samen ein Vielfaches ihres Gewichts an Wasser binden können. Daher ist Iskiate auch, je nach verwendeter Wassermenge, mehr oder weniger dickflüssig und wird heute von vielen Ausdauersportlern als „Powergel“ verwendet. Beliebt sind Chia-Samen auch in Smoothies oder in Form von Chia-Puddings, die man selbst machen oder fertig kaufen kann. Allerdings sind auf Chia-Produkten keine gesundheitsbezogenen Werbeaussagen erlaubt. Lediglich der hohe Anteil an Ballaststoffen (34 Gramm pro 100 Gramm Samen) darf hervorgehoben werden. Wie andere ballaststoffreiche Lebensmittel sind Chia-Samen durch ihre Quellwirkung verdauungsfördernd sowie blutzuckersenkend und sorgen für eine lange Sättigung.

Wie super ist das Superfood?

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Chia-Samen zwar sehr ballaststoffreich sind, dieser Vorteil aber bei der empfohlenen täglichen Verzehrmenge von 15 Gramm eher gering ausfällt. So deckt eine Tagesration gerade einmal 17 Prozent der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen täglichen Zufuhr an Ballaststoffen von 30 Gramm. Ähnlich verhält es sich auch bei den übrigen Inhaltsstoffen der „Super-Samen“. Grundsätzlich sind Chia-Samen jedoch im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung zu empfehlen. Da Chia-Gel als pflanzlicher Ei-Ersatz beim Backen sowie als Geliermittel verwendet werden kann, sind Chia-Samen in der veganen Küche sehr geschätzt. Wenn es um die Nährwerte geht, stehen jedoch die bei uns heimischen Leinsamen den Chia-Samen in nichts nach, sofern sie geschrotet sind. Außerdem sind diese viel preiswerter und müssen nicht einmal um die halbe Welt reisen, bis sie in den Regalen unserer Supermärkte landen – im Hinblick auf die Umwelt und das Klima die bessere Alternative.