<p>Trauben haben im Herbst Hochsaison.</p>
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22.09.2026
Saison für Weintrauben

Großes Angebot im Herbst

In Deutschland stehen Trauben hinter Äpfeln und Bananen auf Platz drei der beliebtesten Obstarten. Zwar sind die Früchte das ganze Jahr über erhältlich, aber von August bis November ist das Angebot am größten. Fans der saftig-süßen Beeren können sie jetzt auf vielfältige Weise genießen.

Grundsätzlich unterscheidet man bei Weintrauben zwischen Tafeltrauben, die als Frischobst angeboten werden und Keltertrauben, die zu Saft und Wein verarbeitet werden. Ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Traubenarten liegt in der Fruchtgröße: Die Beeren der Tafeltrauben sind in der Regel doppelt so groß und schwer wie die der Keltertrauben. Während Keltertraubenbeeren meist rund bis leicht oval sind, kommen bei den Tafeltrauben neben runden Sorten häufig auch länglich-ovale oder spitz-ovale Formen vor. Außerdem sind Tafeltrauben lockerbeeriger, also weniger dicht gepackt als Keltertrauben.

Herkunft und Kultivierung von Weintrauben

Die Weinrebe Vitis vinifera (L.) ssp. vinifera, eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt, wird seit etwa 8000 Jahren kultiviert. Sie hat sich aus der Wilden Weinrebe entwickelt, die in einem Gebiet von der Türkei bis Zentralasien heimisch ist. Weltweit wurden im Jahr 2024 rund 78 Millionen Tonnen frische Trauben erzeugt. Nach Berechnungen der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) entfielen davon rund 33 Millionen Tonnen auf Tafeltrauben. Im Wirtschaftsjahr 2024/25 lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Tafeltrauben in Deutschland bei rund 5 Kilogramm. Das entspricht einem jährlichen Bedarf von rund 421 000 Tonnen. Davon wird der größte Anteil importiert: Von Juni bis November kommen die meisten Trauben aus Italien, Spanien, Ägypten, Griechenland und der Türkei, von Dezember bis Juni aus Südafrika, Indien, Chile, Peru und Brasilien. In geringem Umfang kommen Tafeltrauben auch aus Deutschland: Laut Statistischem Bundesamt bauten 2024 rund 550 Betriebe auf einer Fläche von 400 Hektar Tafeltrauben an. Das Obst wird meist regional vermarktet.

Kernlose Trauben sind am beliebtesten

Als Frischobst sind kernlose Trauben besonders gefragt. Bei diesen Sorten reifen die Beeren ohne ausgereifte Samen. Bei manchen Sorten entstehen zwar kleine, weiche Samenanlagen, die beim Essen jedoch kaum auffallen. Solche Sorten werden deshalb ebenfalls als „kernlos“ bezeichnet. Kernlose oder kernarme Traubensorten bilden ohne spezielle Behandlung allerdings meist nur relativ kleine Beeren aus. Der Grund: Ihnen fehlt ein für das Beerenwachstum wichtiges Pflanzenhormon, das in den Kernen gebildet wird. Durch die Behandlung mit synthetischen Pflanzenhormonen während der Wachstumsphase lässt sich die Ausbildung größerer Beeren fördern. Mittlerweile gibt es aber auch kernlose Züchtungen wie „Centennial Seedless“, die ohne Hormonbehandlung große Beeren ausbilden.

Woran gute Tafeltrauben zu erkennen sind

Frische Tafeltrauben sind an prallen Beeren und einem grünen, nicht welken Stielgerüst zu erkennen. Druckstellen, Flecken, Schmutz oder beschädigte Früchte mindern dagegen die Qualität. Auch der natürliche, weißliche Duftfilm auf der Schale ist kein Mangel: Er schützt die Früchte und sollte möglichst unbeschädigt sein. Im Gemüsefach des Kühlschranks lassen sich Trauben etwa 14 Tage aufbewahren und sollten erst kurz vor dem Essen gewaschen werden. Da die Früchte schnell schimmeln und benachbarte Beeren befallen können, sollten sie regelmäßig kontrolliert werden.

Damit Tafeltrauben so frisch und ansprechend in den Handel kommen, muss bereits beim Anbau einiges beachtet werden. Tafeltrauben benötigen etwas mehr Platz und Luft als Keltertrauben und müssen bewässert werden. Auch der Pflanzenschutz spielt im Hinblick auf das äußere Erscheinungsbild der einzelnen Trauben eine große Rolle. Um den Einsatz an Pflanzenschutzmitteln so gering wie möglich zu halten, werden besonders gerne pilzwiderstandsfähige Sorten – sogenannte PIWIs – verwendet. Geerntet werden die Trauben sorgfältig von Hand und im optimalen Reifezustand, da sie nach der Ernte nicht nachreifen. Anschließend müssen sie sofort gekühlt werden, um ihre Qualität zu erhalten.

Gesund und vielseitig genießen

Tafeltrauben liefern vor allem Kohlenhydrate in Form von Frucht- und Traubenzucker und damit schnell verfügbare Energie. Außerdem enthalten sie unter anderem B-Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide. Ob pur als Snack, im Obstsalat oder Müsli, im Salat oder als Begleiter zu Käse – die süßen Früchte lassen sich vielseitig genießen. Auch zum Kochen und Backen eignen sich Tafeltrauben, und das nicht nur in Kuchen oder Desserts, sondern auch in herzhaften Gerichten. So geben sie beispielsweise Couscous und Bulgur eine fruchtige, süße Note, schmecken in Kombination mit Nüssen und Ziegenkäse oder als aromatisches Chutney.

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