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19.02.2026

Deutsches Vergiftungsregister am Start

Zentrale Datenbasis am BfR: Daten sammeln, Leben retten

Am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wird seit Jahresbeginn das Deutsche Vergiftungsregister (DVR) geführt. Bisher gab es keinen Überblick über das Vergiftungsgeschehen in Deutschland, weil die Daten verschiedener Quellen nicht zusammengeführt wurden.

Mit der bundesweiten Erfassung und Auswertung von Vergiftungsfällen entsteht eine zentrale Datenbasis, die Gesundheitsrisiken früher erkennen und Gegenmaßnahmen schneller einleiten lässt. Ziel des Registers ist, Vergiftungsgefahren systematisch zu erfassen, Trends sichtbar zu machen und dadurch Leben zu retten. Die Daten sollen dabei helfen, Verbraucher besser über gesundheitliche Risiken zu informieren und so Vergiftungen zu vermeiden. Beispiele sind häufig vorkommende Unfälle bei Kindern, etwa durch Verschlucken von Reinigungsmitteln oder giftigen Pflanzen. Trotz hoher Fallzahlen fehlte bislang eine umfassende, einheitliche Datenquelle.

Zentrale Datenbank für Vergiftungsmeldungen

Mit dem DVR wird diese Lücke nun geschlossen. Es umfasst eine zentrale Datenbank, in der die Vergiftungsmeldungen aus den sieben Giftinformationszentren (GIZ), den Unfallversicherungsträgern und die ärztlichen Mitteilungen zusammenfließen. Derzeit werden dem BfR etwa 8000 Vergiftungsfälle pro Jahr gemeldet, vorwiegend von Unfallversicherungsträgern. In den GIZ werden jährlich etwa 200 000 für das Vergiftungsregister relevante Fälle erfasst. Im Register werden Informationen über die Art des Stoffs, Expositionsweg (Aufnahme durch Verschlucken, Einatmen usw.), Schweregrad der Vergiftung, medizinische Maßnahmen und weitere relevante Faktoren erfasst. Die Datenerhebung erfolgt nach klaren gesetzlichen Vorgaben. Durch die Etablierung eines standardisierten Meldesystems in Zusammenarbeit mit den GIZ wird gewährleistet, dass bundesweit vergleichbare und wissenschaftlich belastbare Informationen für Auswertungen zur Verfügung stehen werden.

Häufungen werden schneller erkannt

Mit dem Register können Häufungen bestimmter Vergiftungen frühzeitig erkannt, schnellere Bewertungen von Gesundheitsgefahren vorgenommen, zielgerichtete Empfehlungen herausgegeben und die Forschung zu toxikologischen Risiken unterstützt werden. Die kontinuierliche Auswertung soll Risiken frühzeitig erkennbar machen – etwa durch neue Produkte auf dem Markt, Trends oder saisonale Muster. Perspektivisch bildet es die Grundlage für ein bundesweites Vergiftungs-Frühwarnsystem.

BfR-App: Im Notfall vorbereitet

Bereits seit längerer Zeit stellt das BfR eine App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“ bereit, die Informationen zu Chemikalien, Medikamenten und Pflanzen liefert, die Vergiftungsunfälle bei Kindern verursachen können. Zudem enthält sie Hinweise, wie sich Unfälle vermeiden lassen. Im Notfall kann direkt aus der App ein für das jeweilige Bundesland zuständiges Giftinformationszentrum angerufen werden. Die App ist kostenlos und steht für die Betriebssysteme Android und iOS in den jeweiligen App-Stores zur Verfügung.

Quelle: BfR

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