Kalium für widerstandsfähige Pflanzen

12.09.2019 Schule & Wissen

Salz wird in Deutschland abgebaut

Kalium zählt neben Stickstoff und Phosphor zu den Hauptnährstoffen für Pflanzen. Ein Teil des Kalidüngers stammt aus Deutschland. Das Salz ist ein Überbleibsel eines Meeres, das vor über 200 Millionen Jahren das heutige Dänemark sowie Teile Deutschlands und Polens bedeckte.

Kalium macht Erträge

Bei Dünger denken viele automatisch an Stickstoff. Doch auch eine Reihe anderer Nährstoffe müssen in genügender Menge vorhanden sein, damit eine Pflanze ihr Ertragspotenzial ausschöpfen kann. So auch Kalium, das zahlreiche Funktionen im Stoffwechsel der Pflanzen hat. Der Nährstoff saugt förmlich das Wasser in die Pflanze und mildert damit die Auswirkungen von vorübergehenden Trockenphasen. Er macht das Zellgewebe fester und damit widerstandsfähiger gegenüber Pilzkrankheiten und Schädlingen. Der Nährstoff wirkt außerdem wie Frostschutz, weil er die Winterfestigkeit von Kulturen verbessert. Ein Mangel hingegen hemmt das Wachstum und fördert Welken.

Wie das Salz in die Erde kam

Kalium ist mit einem Masseanteil von 2,4 Prozent das siebthäufigste Element der Erdkruste. Es liegt im Boden überwiegend in einer Bindung mit Tonmineralen und Humus vor. Entziehen landwirtschaftliche oder gärtnerische Kulturen permanent Kalium, sollten die Bewirtschafter ihre Böden düngen, damit der Nährstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Der Dünger stammt unter anderem aus Kali-Bergwerken in Niedersachsen, Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Die Geschichte der Salzlagerstätten begann vor über 200 Millionen Jahren. Die Region war durch das Zechsteinmeer überflutet. Im weiteren Verlauf stieg und fiel der Meeresspiegel immer wieder, sodass die Buchten zeitweise vom offenen Meer abgeschnitten waren. In Zeiten des Wassermangels geschah das, was heute noch in vielen Salzgärten am Mittelmeer oder Atlantik sowie am Toten Meer zu beobachten ist: Das Wasser verdunstete im trockenen und heißen Klima. Zurück blieb Salz. So entstand in vielen Millionen Jahren eine Lagerstätte von bis zu 400 Metern Größe.

Schub für die Landwirtschaft

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts schlummerten die riesigen Vorräte im Untergrund. Dann erkannte Justus von Liebig, der „Vater des Mineraldüngers“, die Bedeutung des Kaliums für das Pflanzenwachstum. 1861 wurde weltweit das erste Kalirohsalz in Staßfurt bei Magdeburg bergmännisch gefördert. Der wichtige Nährstoff stand nun der Landwirtschaft in großen Mengen zur Verfügung. Er sorgte zusammen mit anderen Innovationen für eine höhere Nahrungsmittelproduktion.

In den heutigen Bergwerken gewinnt man das Rohsalz überwiegend durch Sprengen oder Bohren. Dann wird es zu den Schachtanlagen transportiert und oberirdisch aufbereitet. Dabei müssen Begleitstoffe wie Natriumchlorid, also Kochsalz, und Gestein abgetrennt werden. Die Bergbau-Unternehmen lagern die Begleitstoffe oberirdisch in bis zu 200 Metern hohen Halden ab, die weithin sichtbar sind. Der Volksmund hat ihnen einprägsame Namen gegeben: Der „Kalimandscharo“ ist die Halde des größten deutschen Bergwerks bei Zielitz (Sachsen-Anhalt).

Weltweiter Abbau

Lagerstätten gibt es weltweit in zahlreichen Ländern. Die größten Kali-Produzenten sind Kanada, Russland, China, Weißrussland und Deutschland. Die Weltkaliproduktion betrug im Jahr 2013 gut 58,5 Millionen Tonnen, rund 10 Prozent davon kommen aus Deutschland (Quelle: Verband der Kali- und Salzindustrie).

Große Düngervielfalt

Die Hersteller bieten Kalidünger als Kaliumchlorid oder Kaliumsulfat an. Gärtnerische Kulturen sollten mit der Sulfatform versorgt werden. Dadurch steigt beispielsweise der Stärkegehalt in Kartoffeln und der Geschmack verbessert sich. Die Dünger gibt es außerdem in unterschiedlichen Konzentrationen sowie in Mischungen mit anderen Nährstoffen zu kaufen. Ein „16-6-12 NPK-Dünger“ hat ein Mischungsverhältnis von 16 Prozent Stickstoff (N), 6 Prozent Phosphor (P) und 12 Prozent Kalium (K). Diese Mehrnährstoffdünger heißen auch Volldünger. Häufig ergänzen die Hersteller noch weitere Nährstoffe wie Magnesium und Schwefel.

Ein Volldünger ist aber kein Rundum-Sorglos-Paket. Denn der tatsächliche Pflanzenbedarf weicht meistens vom vorgegebenen Mischungsverhältnis ab. Unterversorgung mindert den Ertrag. Überversorgung kann Pflanzenkrankheiten fördern, zu Umweltbelastungen führen oder die Aufnahme eines anderen Nährstoffs blockieren. Ein Überangebot an Kalium hemmt die Magnesiumaufnahme an der Pflanzenwurzel.

Deswegen sollten Gärtner ihre Flächen regelmäßig prüfen lassen, um die Nährstoffgaben richtig zu dosieren. In der Landwirtschaft sind Bodenuntersuchungen durch die Düngeverordnung vorgegeben. Das trägt zu einer effizienten und umweltschonenden Düngung bei.