Ölweiden – robuste Sträucher mit Charme und Nutzwert

06.04.2021 Haus & Garten

Attraktive Bereicherung für den naturnahen Garten

Ölweiden sind robuste, sommer- oder immergrüne Sträucher, die mit attraktivem Blattwerk, duftenden Blüten und zahlreichen Scheinbeeren ein Blickfang für den Garten sind. In Zeiten des Klimawandels werden sie für immer mehr Gärtner interessant, weil sie Trockenheit gut vertragen. Darüber hinaus gibt es noch einige Gründe mehr, Ölweiden zu pflanzen.

Ölweiden sind sowohl als Solitärpflanzen als auch als Hecken toll anzusehen. Einige Arten machen sich auch gut als Kübelpflanzen. Die duftenden Blüten ziehen jede Menge Insekten an, und die Steinfrüchte der Pflanzen sind bei Vögeln sehr beliebt. Damit und mit ihren weiteren Besonderheiten sind Ölweiden eine Bereicherung für jeden naturnahen, ökologisch wertvollen Garten.

Herkunft und Eigenschaften der Ölweiden

Die Ölweiden (Elaeagnus) sind eine artenreiche Pflanzengattung innerhalb der Familie der Ölweidengewächse (Elaeagnaceae). Weltweit gibt es über 40 verschiedene Ölweiden-Arten. Sie sind vor allem in Asien, aber auch in Südeuropa und Nordamerika heimisch. Dort wachsen sie meist an sonnigen Standorten auf kargen Böden, zum Beispiel in Steppen und Halbwüsten. Sie sind aber auch in feuchterer Umgebung, in Gewässer- und Küstennähe zu finden. Die meisten Ölweiden sind extrem robust. Sie vertragen nicht nur heißes und trockenes Klima, sondern auch Wind, Abgase und Streusalz, sodass sie für Innenstädte bestens geeignet sind. Als Gartengehölze haben sich in unseren Breitengraden fünf Arten und eine Hybride besonders bewährt.

Bewährte Ölweiden im Kurzporträt

Die Schmalblättrige Ölweide (Elaeagnus angustifolia) ist sommergrün und trägt silbrig behaartes Laub an dornigen, rötlich-braunen Zweigen. Die Blätter sind lanzettlich, schmal und etwa 8 Zentimeter lang. Die innen silbrigen und außen gelblichen, kleinen Blüten zeigen sich zwischen Mai und Juli. Diese sind sehr nektarreich und werden daher gerne von Bienen und anderen Insekten besucht.

Die Buntlaubige oder Dornige Ölweide (Elaeagnus pungens) hat grüngelb gemusterte Blätter, was sie sehr dekorativ macht. Daher, und weil sie immergrün ist, wird sie auch gerne als Hecke kultiviert. Während die Schmalblättrige Ölweide Fröste bis zu minus 8 Grad Celsius recht gut verträgt, ist die Buntlaubige Ölweide nur bedingt frosthart. Daher empfiehlt es sich, den Wurzelbereich im Herbst mit Laub zu mulchen und die Krone eventuell mit einem Wintervlies zu schützen. Da die Buntlaubige Ölweide nur bis zu 2 Meter hoch wird, ist sie außerdem optimal als Kübelpflanze geeignet. So kann sie problemlos drinnen überwintern.

Die Wintergrüne Ölweide (Elaeagnus x ebbingei) ist durch Kreuzung der Großblättrigen Ölweide (Elaeagnus macrophylla) mit der Dornigen Ölweide (Elaeagnus pungens) entstanden. Die Hybride wird manchmal auch als Immergrüne Ölweide bezeichnet. Wie die Buntlaubige Ölweide wird die Immergrüne Ölweide gerne als Heckenpflanze eingesetzt. Ihre Blätter sind auf der Unterseite silbrig beschuppt und auf der Oberseite dunkelgrün. Im Oktober und November zeigen sich die cremeweißen Sternblüten, die einen angenehmen Duft verströmen. Über den Winter entwickeln sich dann die länglichen, orangefarbenen Steinfrüchte. Dies allerdings nur, wenn die Temperaturen mild sind. Auch nur dann behält der Strauch seine Blätter. Bei strengem Frost wirft er dagegen das Laub ab, bevor es im Frühjahr wieder neu austreibt.

Die Vielblütige Ölweide (Elaeagnus multiflora) blüht im Mai weiß bis zartgelb und duftend. Sie ist frosthart, wirft jedoch im Winter ihr Laub ab.

Auch die Silber-Ölweide (Elaeagnus commutata) ist laubabwerfend. Ihren Namen verdankt sie dem silbergrauen Blattwerk. Im Mai und im Juni trägt die Silber-Ölweide trichterförmige, gelbe Blüten, die einen starken Duft verströmen. Da der Strauch in Nordamerika beheimatet ist, lässt er sich auch bei uns sehr einfach kultivieren.

Die Korallen-Ölweide (Elaeagnus umbellata) besitzt ebenfalls silbrige Blätter, die sie im Herbst abwirft. Trotzdem ist sie als Heckenbepflanzung gut geeignet. Die gelblich-weißen, duftenden Blüten erscheinen im Mai und Juni. Daraus reifen bis September reichlich dunkelrote Steinfrüchte heran.

Gemeinsame Pluspunkte der Ölweiden-Arten

Egal, ob sommer- oder immergrün – den Ölweiden sind ihre Robustheit und ihre Anspruchslosigkeit, was den Boden angeht, gemein. Sie gedeihen auch auf nährstoffarmen Böden und sind wegen ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Hitze, Trockenheit und Wind als Pioniergehölz gut geeignet. So werden sie beispielsweise zur Befestigung von Böschungen und Dünen eingesetzt. Außerdem können Ölweiden ähnlich wie Leguminosen (Hülsenfrüchtler) mithilfe von Knöllchenbakterien an der Wurzel Stickstoff aus der Luft binden, umwandeln und verfügbar machen. So erzeugen die Pflanzen sozusagen ihren eigenen Dünger. Dieser kommt auch Nachbarpflanzen zugute.

Wer eine Ölweide im Garten hat, leistet einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Artenvielfalt. Denn Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten finden in den Ölweiden-Blüten reichlich Nektar. Und für Vögel sind die kugeligen bis ovalen Früchte der Ölweiden eine wertvolle Nahrungsquelle. Für den Menschen sind diese zwar nicht giftig, jedoch in einigen Fällen ungenießbar. Es gibt jedoch Arten, die sogar als Nutzpflanzen kultiviert werden.

Die genießbaren Früchte der Ölweiden

Die Früchte einiger Ölweiden können in der Küche so vielseitig verwendet werden, wie der verwandte Sanddorn. Die gelben bis dunkelroten Steinfrüchte schmecken leicht herb und süß-säuerlich. Neben viel Vitamin C liefern sie auch Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe . Zusammen mit anderem Wildobst lassen sich Ölweiden-Früchte zu Marmelade, Gelee oder Kompott sowie zu Saft und Likör verarbeiten. Dazu sind besonders die Beeren folgender Elaeagnus-Arten geeignet:

  • Elaeagnus multiflora, die Vielblütige Ölweide, auch Essbare Ölweide genannt. Die gelborangen bis leuchtend roten Früchte sind etwas größer als die des Sanddorns, lassen sich aber viel leichter ernten. Im Herbst kann man sie einfach von den Ästen abstreifen. Die Sorten „Red Cherry“ und „Sweet Scarlet“ beispielsweise wurden auf hohen Fruchtertrag ausgelesen.
  • Elaeagnus umbellata, die Korallen-Ölweide, trägt im Frühherbst rötlich-braune Früchte, die lange am Strauch verbleiben, wenn man sie nicht erntet.
  • Elaeagnus angustifolia, die Schmalblättrige Ölweide, wird auch Russische Olive oder Böhmischer Ölbaum genannt. Die eiweißreichen Früchte werden im Orient getrocknet und dienen mit ihrem nussähnlichen Aroma als Nahrungsmittel.

Vor dem Verzehr beziehungsweise der Weiterverarbeitung der Steinfrüchte empfiehlt es sich, die Kerne zu entfernen. Dazu die Früchte am besten kochen und durch ein Sieb passieren.

Wer nun Geschmack an den Ölweiden gefunden hat, sollte einen sonnigen, höchstens halbschattigen Platz zum Pflanzen reservieren, der möglichst geschützt ist. Zu bedenken ist auch, dass die Sträucher ihren Wuchs immer nach der Sonne ausrichten. Für halbschattige Standorte eignet sich daher eher eine Kübelpflanzung, sodass die Pflanze ab und zu gedreht werden kann und eine schiefe Wuchsform der Ölweide vermieden wird.