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Umwelt & Verbraucher
26.02.2019

Fake auf dem Teller

Auch Lebensmittel können gefälscht werden. Das BfR sucht nach Methoden, solche Fälschungen zu erkennen. Foto: AdobeStock

Bundesinstitut für Risikobewertung ist Lebensmittelfälschern auf der Spur

Nicht nur die Dolce & Gabbana-Handtasche kann eine Fälschung sein. Auch Lebensmittel – besonders solche mit einer geschützten Herkunftsbezeichnung – werden von findigen Betrügern gestreckt, gepanscht oder gefälscht. Dieser Lebensmittelbetrug ist ein globales Problem. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) forscht an Verfahren zum Nachweis der Authentizität von Lebensmitteln.

Die Wissenschaftler des BfR fahnden nach Lebensmittelfälschern, indem sie mittels verschiedener Methoden, darunter Infrarot- und Massenspektrometrie, charakteristische Datenbanken von Lebensmitteln aufbauen. Zum Beispiel von „Allgäuer Emmentaler“: mittels dreier Messmethoden wird eine umfangreiche Datenbank von Messergebnissen erstellt. Mit dieser Proben-Bibliothek verschiedener Herkünfte und Inhaltsstoffe können Proben von als „Allgäuer Emmentaler“ deklarierten Käsen verglichen werden, um deren Echtheit nachzuweisen.

Fingerabdruck von Emmentaler Käse

Einen solchen authentischen Fingerabdruck stellen die Berliner Wissenschaftler von verschiedenen Lebens- und Futtermitteln her, darunter Wein, Spirituosen, Kräuter und Gewürze, Hartkäse, Speiseöle und Mais. Denn was nützt zum Beispiel das EU-Gütezeichen „Geschützte Ursprungsbezeichnung“, wenn es keine Methoden gibt, um Original und Fälschung zu unterscheiden? So hat das Institut eine Forschungsgruppe „Authentizität entlang der Warenkette“ eingerichtet, um die Forschung und interdisziplinäre Vernetzung in diesem Gebiet zu stärken. Außerdem beteiligt es sich an mehreren nationalen und internationalen Verbundprojekten, um neue Strategien zum Nachweis von Lebens- und Futtermittelfälschungen zu entwickeln. Die im BfR entwickelte Methode des authentischen Fingerabdrucks hat sich dabei als geeignet erwiesen. Sie wurde bereits an verschiedenen Weinen, Speiseölen, Kräutern und Gewürzen erprobt.

Auf diese Weise kann zum Beispiel nachgewiesen werden, ob Paprikapulver mit Sudanrot gestreckt wurde: Diese Substanz steht im Verdacht, ein genotoxisches Kanzerogen zu sein. Andere bekannte Fälschungsfälle mit teils dramatischen Folgen waren die Verunreinigung von Milchpulver mit Melamin von Spirituosen mit Methanol.

Quelle: BfR

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