Ein Apfelbaum erzählt: Fitnesskur mit Calcium

31.07.2007 Schule & Wissen

Der „Apfelblog“ (4)

Hallo, hier bin ich wieder, der Apelbaum aus Bornheim-Merten im Rheinland! Jetzt ist es Mitte Juli, und ich fühle mich, als könnte ich Bäume ausreißen! Denn letzte Woche habe ich meine Extraportion Calcium bekommen. Das ist nämlich nicht nur für die Knochen der Menschen gut, sondern auch für meine Äpfel. Calcium stärkt ihre Zellwände und sorgt so für knackig-festes Fruchtfleisch. Wenn mir Calcium fehlen würde, bekämen meine Äpfel kleine braune Flecken unter der Schale, das wird Stippigkeit genannt. Diese Flecken sehen nicht nur unschön aus, sie schmecken auch bitter. Sie entstehen durch Zellen, deren Wände regelrecht einbrechen. Diese Zellen trocknen dann ein und sterben ab.

Früher wussten die Obstbauern nicht, woher diese bitteren Flecken kommen. Seit bekannt ist, dass Calciummangel die Ursache ist, hat sich in den Apfelplantagen vieles geändert. Heute wird zum Beispiel der Boden über meinen Wurzeln so gut wie nicht mehr umgegraben. Denn das könnte meine feinen Haarwurzeln verletzen, die in der obersten Bodenschicht die Mineralstoffe aufnehmen. Aber das Calcium im Boden reicht alleine nicht aus: Weil ich viele Äpfel trage, werde ich ab Juli regelmäßig von oben bis unten mit einer Calciumlösung besprüht. Ich kann den Mineralstoff auch über meine Blätter aufnehmen.

Faule Früchte sind natürlich das Schlimmste für alle, die Äpfel lieben. Deshalb wurden meine Früchte jetzt, Mitte Juli, auch zum ersten Mal gegen Lagerfäule behandelt. Diese Krankheit wird von verschiedenen Schadpilzen verursacht, die sich im Spätsommer auf den Apfelschalen festsetzen. Bei der Ernte sehen die Früchte noch vollkommen gesund aus. Im Lager keimen dann die Pilze. Es entstehen kreisrunde, hässliche Faulstellen, die schnell größer werden. Sie auszuschneiden hilft oft nicht, denn auch das Fruchtfleisch daneben schmeckt bitter. Damit sich diese Übeltäter nicht auf meinen Äpfeln festsetzen können, erhalte ich jetzt regelmäßig vorbeugende Behandlungen mit unterschiedlichen Präparaten. Natürlich geschieht das so rechtzeitig vor der Ernte, dass in und auf der Frucht keine Rückstände mehr vorhanden sind. Die Verwendung unterschiedlicher Wirkstoffe ist wichtig, damit die Schadpilze nicht resistent werden. Es wäre ja auch zu schade, wenn meine schönen Früchte später faulen, oder?“

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