Japanische Kamelie als Zimmerpflanze

30.07.2019 Haus & Garten

Eine anspruchsvolle asiatische Schönheit

Bekommt man eine Kamelie (Camellia japonica) geschenkt, ist die Freude an den lackartig glänzenden, dunkelgrünen Blättern ebenso groß wie an den einfachen oder gefüllten prächtigen Blüten in Weiß, Creme, Orange, Rosa und Karminrot. Diese schönen Pflanzen können sich als Zimmerpflanzen viele Jahre halten und uns jedes Jahr mit attraktiven Blüten erfreuen, wenn man sie nur richtig behandelt. Es gehört aber schon einiges Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen dazu. Andernfalls verlieren sie nach und nach Blätter und Blüten. An ihrem heimatlichen Standort zu Sträuchern und kleinen Bäumen heranwachsend sind in unseren Breiten nur aus botanischen Gärten oder von milden klimatischen Lagen, etwa in England, als meterhohe Exemplare bekannt. Das älteste Exemplar in Europa steht im Pillnitzer Schlossgarten und wurde 1801 dort gepflanzt.

In ihrer Heimat – Japan, Korea und Taiwan – wachsen die Kamelien in küstennahen, lichten Wäldern unter mildem Klima mit hoher Luftfeuchte, und ähnlich sollten bei uns die Wachstumsbedingungen auch sein. So wollen Kamelien während der Wintermonate hell und kühl, also nicht zu warm stehen. Temperaturen von 8 bis 10 Grad Celsius reichen aus. Wichtig ist aber feuchte Luft. Höhere Lufttrockenheit führt meist zum Knospenfall. Es sind also keine Pflanzen für zentralgeheizte Räume. Im Sommer sollte der Standort vor Sonne geschützt und recht luftig sein. Ein entsprechender Platz im Freien wird gut vertragen. Zu gießen ist so, dass die Pflanzen nie ballentrocken werden.

Damit das Wasser besser abziehen kann, sollte man unten in den Topf eine Kiesschicht als Drainageschicht einbringen. Wichtig ist, dass die Pflanzen nicht tiefer in die Erde kommen als sie vorher gestanden haben. Ein Umtopfen der Pflanzen alle zwei bis drei Jahre reicht aus. Hierfür werden handelsübliche Erden verwendet, die für sogenannte Moorbeetpflanzen geeignet sind. Während der Vegetationszeit kann alle drei Wochen mit einem handelsüblichen Dünger für blühende Zimmerpflanzen gedüngt werden.

Ab Juli/Anfang August gibt man für vier bis fünf Wochen weniger Wasser, damit die Triebe ausreifen und Blütenknospen ansetzen. Im September werden die Pflanzen wieder an einen sonnigen Platz im Zimmer geräumt. Sobald sich die Knospen stärker entfalten, wird auch wieder reichlicher gegossen, und die Temperatur kann allmählich auf 10 bis 15 Grad Celsius gesteigert werden, wobei die Betonung auf allmählich liegt.

Überhaupt darf man die Pflanzen keinen plötzlichen Schwankungen in den Kulturbedingungen (Schockbehandlung) wie Trockenheit oder stauende Nässe, plötzliche Kälte oder Hitze aussetzen. Steigen zum Beispiel Temperatur und Lufttrockenheit bei Beginn der Heizperiode plötzlich an, reagieren die Pflanzen häufig mit einem Abwerfen der Blüten. Gleichen Schaden kann Ballentrockenheit verursachen. Der Topf sollte nicht allzu oft gedreht werden, und das Gießwasser darf weder stark kalk- noch magnesiumhaltig sein.

In einigen Fachgeschäften werden seit einigen Jahren auch winterharte Kamelien angeboten, wobei winterhart für geschützte Gebiete mit milden Wintern gilt. Für Lagen mit strengen, vielleicht sogar häufigen Kahlfrösten ist trotz Schutz mit Reisig oder Ähnlichem nicht immer Frosthärte garantiert.