Zimmerpflanze Dipladenia, auch Mandevilla genannt

18.09.2018 Haus & Garten

Eine attraktive, blühende Topfpflanze für drinnen und draußen

Unter dem Namen Dipladenia oder auch Mandevilla wird eine Gattung geführt mit etwa 100 Arten, die alle im tropischen Amerika beheimatet sind. Einige Arten waren bereits im 18. Jahrhundert beliebte Gewächshaus- und Zimmerpflanzen, die sogar damals schon züchterisch bearbeitet worden sind. Danach verschwanden sie aber wie so oft aus unerklärlichen Gründen aus dem Angebot und waren nur noch in einigen botanischen Gärten zu bewundern. Nun sind sie wieder in Kultur genommen, und sie verdienen das auch wegen ihres ansprechenden Aussehens. Schön grüne, ungestielte, in Paaren oder Quirlen stehende Blätter und in wenig oder vielblütigen Trauben stehende, große weiße, rosa oder purpurfarbene Blüten schmücken die Pflanzen je nach Art. Manche duften auch.

Im Handel werden verschiedene Hybriden und Sorten, vor allem von Dipladenia sanderi, angeboten, die etwas dickere, lang zugespitzte Blätter hat und wunderschöne, etwa 7 Zentimeter breite, rosafarbene Blüten entfaltet, deren Schlund wie auch der äußere Grund der Röhre gelb sind. Es gibt aber auch Sorten mit weißen und roten Blüten. Zur Züchtung wurde auch Dipladenia splendens verwendet. Im Angebot ist außerdem noch Dipladenia boliviensis mit weißen Blüten, die einen orangefarbenen Schlund haben. Dipladenien, die in allen Teilen giftig sind, gehören zur Familie der Hundsgiftgewächse. Sie bilden ihre Blüten an windenden Trieben, brauchen also ein Kletterspalier. Da die Pflanzen in schon sehr kleinem Stadium Blüten ansetzen, kann man sie durch regelmäßigen Rückschnitt kleinwüchsig und buschig halten. Im Herbst sollte man die einjährigen Triebe sowieso kräftig zurückschneiden, weil damit das Wachstum blühfähiger Triebe im nächsten Jahr gefördert wird.

Dipladenien wollen im Zimmer hell stehen, nur vor der grellen Mittagssonne etwas geschützt. Sie sind während des Sommers auch gut im Freiland, auf Balkonen und Terrassen zu halten. Während des Winters räumt man ihnen im Zimmer oder Treppenhaus bei rund 13 Grad Celsius eine gewisse Ruhezeit ein, indem man weniger gießt. Das wirkt sich auf die spätere Blütenbildung günstig aus. Beim Gießen ist während der Wachstumszeit etwas Vorsicht geboten, da sie auf zu viel Feuchtigkeit sehr empfindlich reagieren. Austrocknen dürfen sie aber auch nicht. Wo möglich, verwendet man kein hartes Leitungswasser. Es ist also Gießen mit Fingerspitzengefühl gefragt. Ebenso wichtig ist eine recht hohe Luftfeuchtigkeit, besonders während des Austriebs – also häufig sprühen! Gedüngt wird von März bis August regelmäßig alle acht bis 14 Tage. Nach der Blüte im Oktober wird bis März in der Ruhezeit nicht gedüngt und nur sparsam gegossen.

Verpflanzt wird jedes Jahr im Frühjahr in eine kräftige Erdmischung. Will man selbst vermehren, schneidet man einen Trieb in mehrere Stücke mit jeweils ein bis zwei Blattpaaren, die zu dritt in kleine Töpfe gesteckt werden. Vorher sollte man aber den austretenden Milchsaft mit lauwarmem Wasser entfernen. Bei Temperaturen von 22 bis 25 Grad Celsius und unter Verdunstungsschutz (Plastiktüte über dem Topf) bewurzeln sich die Stecklinge nach etwa drei bis vier Wochen.