Gärten machen glücklich

10.06.2021 Haus & Garten

Zum Tag des Gartens 2021

Seit 1984 wird an jedem zweiten Sonntag im Juni der Tag des Gartens begangen. Bereits das zweite Jahr in Folge können öffentliche Feierlichkeiten aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Nichtsdestotrotz ist der Tag des Gartens am 13. Juni ein guter Anlass, um die Bedeutung von Gärten für den Menschen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken. Denn wie eine Studie der Hochschule Geisenheim zeigt, machen Gärten glücklich – gerade in Pandemie-Zeiten.

Gärtnern entspannt, hilft Stress abzubauen und hält fit. Diese positiven Effekte sind in der modernen Medizin anerkannt und werden von Gartentherapeuten genutzt. Während der Corona-Pandemie sind Gärten noch wichtiger geworden. Wolfgang Preuß, Präsident des Landesverbands der Thüringer Kleingärtner, betonte im Interview mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), dass Gartenarbeit und die Beobachtung der Natur im Zyklus der Jahreszeiten auch zur Achtsamkeit sich selbst gegenüber führe. Gleichzeitig könne in Kleingartenanlagen trotz Abstandregelungen die Gemeinschaft und der Kontakt erlebt werden. Nicht zuletzt werde in Kleingärten sozialer Sprengstoff entschärft.

Studie zur Bedeutung von Gärten im ersten Corona-Lockdown

Die Hochschule Geisenheim hat untersucht, welche Bedeutung Gärten und Grünanlagen während des ersten Lockdowns im Frühsommer 2020 erlangt haben. Dafür wurden Ende Mai 2020 rund 500 Personen befragt. Das sind die wichtigsten Ergebnisse:

  • Befragte mit eigenem Garten – das sind über 50 Prozent der Stichprobe – sind zufriedener mit ihrem Leben. Auf einer Skala von 0 bis 10 weist diese Gruppe einen Mittelwert von 7,4 auf. Die befragten Personen ohne eigenen Garten erreichten nur einen Durchschnittswert von 6,3. „Dieser Unterschied lässt sich zwar auch darauf zurückführen, dass Gartenbesitzer in der Regel ein höheres Einkommen haben“, so Professor Dr. Kai Sparke und Dr. Mira Lehberger von der Professur für Gartenbauökonomie, die Autoren der Studie. „Doch wir können erkennen, dass aktuell die Nutzung sowohl von privaten Gärten als auch von öffentlichen Grünanlagen einen positiven Einfluss auf die Lebenszufriedenheit haben.“
     
  • 90 Prozent der Gartenbesitzer gaben bei der Befragung an, dass der Garten momentan für sie eher wichtig, wichtig oder sehr wichtig sei. Dabei ist für mehr als die Hälfte von ihnen der Garten sehr wichtig. Über 60 Prozent der Personen mit eigenem Garten sagten außerdem, dass die Bedeutung des Gartens im Vergleich zum Vorjahr zugenommen habe.
     
  • Bei den befragten Personen ohne eigenen Garten haben die öffentlichen Grünanlagen eine ähnliche Bedeutung wie die Gärten: Für mehr als 70 Prozent sind Parks oder Stadtwälder aktuell eher wichtig, wichtig oder sehr wichtig. Auch in dieser Gruppe ist die Bedeutung im Vergleich zum letzten Jahr gestiegen.
     
  • Drei Viertel der Befragten gaben als Grund für den vermehrten Aufenthalt im Garten das schöne Frühlingswetter an. Laut Deutschem Wetterdienst war das Frühjahr 2020 in Deutschland eines der sonnigsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Mehr als die Hälfte der Befragten nannte jedoch auch Corona-bezogene Gründe wie Kontaktsperren und die Einschränkung von Freizeitmöglichkeiten wie Gastronomie, Spielplätze oder Tagesausflüge.
     
  • Im Mittel halten sich alle Befragten etwa neun Stunden pro Woche im Freien auf, um sich zu erholen oder Sport zu treiben. Bei Menschen mit Garten kommen noch etwa acht Stunden für Arbeiten rund um die eigene Parzelle hinzu. Diese halten sich somit fast doppelt so lange draußen auf.
     
  • Bei der offenen Frage nach der Bedeutung des eigenen Gartens wurden Erholung und Entspannung am häufigsten genannt. Einen ebenso hohen Stellenwert hat die Freiheit, die Gärten als Ausgleich für die Corona-Einschränkungen bieten.

„Für Viele gibt es derzeit kaum ein größeres Glück, als einen Kleingarten zu haben“, sagte der Präsident des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde (BDG), Dirk Sielmann, zum Tag des Gartens 2020. Sicher würde er dies auch für alle anderen Arten von Gärten unterschreiben. Gartenlose finden bestimmt auch ein kleines Stück vom Glück auf dem eigenen Balkon. Und schließlich gibt es ja noch das öffentliche Grün sowie eine wachsende Anzahl an Urban Gardening-Initiativen und Gemeinschaftsgärten.