Sieben neue Wildbienenarten in Niedersachsen entdeckt
Die Runzelwangige Schmalbiene (Lasioglossum puncticolle) ist eine von drei Wildbienenarten, die neu in Niedersachsen vorkommen und für die das JKI den Erstnachweis erbracht hat.
Forschungsprojekte ebnen den Weg für Bürgerforschung
Viele Wildbienenarten steht in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, einige sind sogar vom Aussterben bedroht. Umso erfreulicher liest sich daher eine Meldung des Julius Kühn-Instituts (JKI), die davon berichtet, dass in Niedersachsen sieben Erstnachweise von Wildbienen gelangen, darunter etwa die Runzelwangige Schmalbiene und die Grobpunktierte Maskenbiene, denn Wildbienen haben eine wichtige Funktion in den Ökosystemen.
Wildbienen sind unersetzliche Bestäuber - viele Pflanzen, darunter auch Kulturpflanzen, können nur von ihnen bestäubt werden. Sie sichern Ernten und gehören zur Artenvielfalt. Doch viele Wildbienenarten sind gefährdet, einige sogar vom Aussterben bedroht. Unter der Federführung der Biologischen Schutzgemeinschaft (BSG) in Göttingen wurden die Nachweise von 40 Wildbienenarten für Niedersachsen zusammengeführt. Drei der sieben Erstnachweise stammten von Wissenschaftlern des JKI in Braunschweig.
Klimawandel beeinflusst auch die Verbreitung der Wildbienen
„Die Erstnachweise der Grobpunktierten Maskenbiene, der Runzelwangigen Schmalbiene und der Malven-Langhornbiene in Niedersachsen stammen aus dem Bienenschutzinstitut des JKI“, sagt Henri Greil vom JKI. Er hat mit seinem Team im Rahmen des BeesUp-Projekts und mit dem Langzeit-Fangschalenmonitoring des JKI im Stadtgebiet die beiden ersten, bisher in Niedersachsen nicht vorkommende Arten gefunden. Einem anderen Kollegen gelang der Erstnachweis der Malven-Langhornbiene auf dem Gelände des JKI am Messeweg in Braunschweig. Für die Stumpfe oder Rote Zweizahnbiene wurde vom JKI der wichtige Zweitnachweis erbracht. Diese sehr seltene Wildbiene lebt als Kuckucksbiene in den Nestern anderer Bienen. Die Forschungen bestätigten den Trend, dass zahlreiche Wildbienenarten auch bedingt durch die Klimaerwärmung ihr Areal ausweiten beziehungsweise sich das Verbreitungsgebiet in nordwestlicher Richtung verschiebt.
Es brauche einen langen Atem und viele engagierte Person für die Monitorings und Erfassungen von Wildbienen, bis ein Vorkommen einer bestimmten Bienenart in einem bestimmten Gebiet und Lebensraum als gesichert gelten kann, so die Forscher weiter. „Diese Beobachtungsdaten bilden die Grundlage einer KI-unterstützten Wildbienenerkennungsfunktion, die wir im BeesUp-Projekt in Kooperation mit der TU Ilmenau entwickelt haben“, beschreibt Henri Greil den Nutzen der Arbeit für die allgemeine Öffentlichkeit. Die Erkenntnisse sind wichtige Vorarbeiten für größer angelegte Monitorings im Rahmen von Bürgerwissenschafts-Projekten.
Quelle: JKI