Pilzgifte im Mais reduzieren

16.07.2019 Forschung & Technik

Gemeinsames Forschungsprojekt soll kenianischen Farmern helfen

Feuchtwarmes Klima ist ein idealer Nährboden für Schimmelpilze. Im Mais bildet vor allem der Aspergillus-Pilz Mykotoxine, die dann über die Tierfütterung und menschliche Ernährung in den Körper gelangen. Ein Forschungsprojekt befasst sich damit, die Aflatoxin-Belastung von Menschen in Afrika, die sich maisbetont ernähren, zu vermindern.

Mais und Milch sind in Subsahara-Afrika sehr beliebte Lebensmittel und werden in großen Mengen konsumiert. Beide Lebensmittel sind häufig mit Aflatoxinen belastet, die in höheren Dosen zu Leberversagen führen. Aflatoxine sind stark krebserregend, unterdrücken das Immunsystem und führen zu Unfruchtbarkeit und Missbildungen bei Neugeborenen. Ein neues, vom Max-Rubner-Institut koordiniertes Forschungsprojekt mit dem Namen „AflaZ“, an dem auch das Julius Kühn-Institut (JKI) beteiligt ist, soll Abhilfe schaffen.

Aflatoxine in Lebensmitteln reduzieren

Gemeinsam mit kenianischen Partnern werden Strategien entwickelt, um die Aflatoxin‐Belastung in Lebensmitteln zu reduzieren. Das ist zum einen die Bekämpfung des direkten Pilzbefalls, zum anderen spielen aber auch der Boden und die Verbreitung der Pilzsporen durch Insekten eine Rolle. In dem Forschungsprojekt untersuchen diverse Wissenschaftler die einzelnen Faktoren. Der Entomologe Dr. Wolfgang Büchs vom JKI-Fachinstitut für Pflanzenbau und Bodenkunde untersucht die Übertragung von toxinbildenden Pilzen durch Insekten auf Mais. Der Biologe Dr. Torsten Meiners vom JKI-Fachinstitut für Ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz geht der Frage nach, inwiefern sich der Pilzbefall mit Inhaltsstoffen oder Extrakten von in Kenia vorkommenden Pflanzen bekämpfen lässt. Die Arbeiten der anderen Projektpartner setzen bei der Optimierung der Verarbeitungs‐ und Lagerbedingungen an. Andere beschäftigen sich mit dem sogenannten „Carry Over“, also wenn verschimmelte Maiskolben an Milchkühe verfüttert werden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des Programms „Innovative Ansätze zur Verarbeitung lokaler Lebensmittel in Subsahara-Afrika und Südostasien“ gefördert.

Quelle: JKI