<p>Die in der deutschen Kartoffelgenbank des IPK Genbank in Groß Lüsewitz eingelagerten Akzessionen haben eine große genetische Vielfalt. Im Projekt POMORROW wird in dem Genpool nach genetischen Varianten gesucht, um künftige Kartoffelsorten noch klimaresilienter und leistungsfähiger zu machen.</p>
© GFPi
05.11.2026
Fit für die Zukunft

POMORROW sucht die Kartoffeln für morgen

Die Kartoffeln von morgen: Mit neuen biotechnologischen Verfahren und Genomanalyse soll im Projekt POMORROW (Potatoes for tomorrow) die Züchtung klimaresilienter, robuster und leistungsfähiger Kartoffelsorten vorangetrieben werden.

In Groß Lüsewitz, Münster, Potsdam, Geisenheim und Gatersleben arbeiten Wissenschaftler von Forschungseinrichtungen und Züchtungsunternehmen daran, die „Kartoffeln von morgen“ zu entwickeln. Dabei soll die Züchtung mit modernster Technologie beschleunigt werden, um Kartoffeln an gegenwärtige und kommende Bedingungen anzupassen. Dabei soll die in der nationalen Genbank vorhandene genetische Vielfalt der Kartoffel für die Sortenzüchtung nutzbar gemacht werden.

Zusammenschluss aus Forschungsinstitutionen und Pflanzenzüchtern

POMORROW heißt das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Forschungsprojekt, an dem fünf wissenschaftliche Institutionen und drei Züchtungsunternehmen mitwirken. Konkret sind das das Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen mit dem Fachinstitut für Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen in Groß Lüsewitz und dem Institut für Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland Braunschweig, das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), das Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Universität Münster (IBBP), das Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie (MPIMP), das Institut für Pflanzenschutz der Hochschule Geisenheim University (HGU), die SaKa Pflanzenzucht GmbH & Co. KG (Gesamtkoordination), die Europlant Innovation GmbH & Co. KG, die Norika GmbH und die Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e. V. (GFPi).

Die Kartoffelvielfalt in Genbanken nutzen

Zuerst werden die Groß Lüsewitzer Kartoffel-Sortimente der nationalen Ex-situ-Genbank am IPK vollständig genotypisiert und ausgewählte Akzessionen in das internationale Kartoffel-Pangenom eingebracht. Mit der Genomeditierung sollen gezielt neue Eigenschaften ohne aufwändige Rückkreuzungen in Elitesorten eingeführt werden. Weltweit gibt es mehr als 82 000 Kartoffel-Akzessionen in Genbanken – diesen Schatz an genetischer Vielfalt gelte es zu nutzen, so die Initiatoren des Projekts. Im nächsten Schritt erfolgt dann ein Versuchsanbau diploider Kartoffeln am JKI-Standort Groß Lüsewitz.

Um die Züchtung neuer Kartoffelsorten zu vereinfachen und zu beschleunigen, wird mit Hybridkartoffelzüchtung experimentiert. Dabei wird die Kartoffel diploid (mit nur zwei Chromosomenkopien) und selbstkompatibel gemacht, was die Einführung einer neuen Eigenschaft von ursprünglich 15 bis 20 auf 3 bis 4 Jahre verkürzt. So soll am Ende die POMORROW-Kernkollektion mit 600 genetisch breit aufgestellten Kartoffeltypen entstehen. 300 davon werden auf Trockenstresstoleranz, Effizienz bei der Nährstoffnutzung, Widerstandsfähigkeit gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge (zum Beispiel Krautfäule, Virusinfektionen, Zikaden) sowie auf Nährstoffgehalte in den Knollen, beispielsweise Proteingehalt für die Ernährung der Zukunft, phänotypisiert. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium mit einer Fördersumme von 5,8 Millionen Euro gefördert und läuft noch bis Mai 2029.

Quelle: JKI

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