Samen, Saatgut, Genbank

07.05.2018 Forschung & Technik

75 Jahre Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Gatersleben

Im kleinen Ort Gatersleben im nördlichen Harzvorland ist die Bundeszentrale ex situ-Genbank für landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturpflanzen angesiedelt. Sie zählt zu den zehn größten Genbanken der Welt und ist das größte deutsche Zentrum für Kulturpflanzenforschung.

Nachdem seit Beginn des 20. Jahrhunderts Züchter und Genetiker die Einrichtung von Sammelstellen für alte und neue Pflanzensorten gefordert hatten, wurde am 1. April 1943 das „Kaiser-Wilhelm-Institut für Kulturpflanzenforschung“ gegründet. Der Genetiker Hans Stubbe begann ab den 1950er Jahren auf dem Gelände einer Domäne in Gatersleben mit dem Aufbau eines Areals, das Forschung und ein „Weltsortiment für Kulturpflanzen“ beherbergen sollte.

Das Haus wechselte mehrmals Namen und übergeordnete Behörden, wurde 1992 zum Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) und 2005 in die Leibniz-Forschungsgesellschaft aufgenommen. Heute wird in vier Forschungsabteilungen an den Prinzipien der Evolution und der Entwicklung und Anpassungsfähigkeit von Kulturpflanzen geforscht. Im Zentrum steht die Abteilung „Bundeszentrale ex situ-Genbank für landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturpflanzen“. Ex situ bedeutet, dass die Kulturmuster „außerhalb ihres eigentlichen Ortes“, also Herkunftsgebiets, aufbewahrt werden.

150 000 Proben von über 3000 Pflanzenarten umfasst die Sammlung, darunter landwirtschaftliche Nutzpflanzen, Gemüse, Heil- und Gewürzpflanzen. Den größten Anteil stellt das Getreide mit allein 28 000 Weizen- und 23 000 Gersten-Mustern.

Im Biotech-Campus auf dem Institutsgelände haben sich in den letzten Jahrzehnten Züchtungsunternehmen, Biotechnologie-Start-ups und das Schülerforschungslabor „Grünes Labor Gatersleben“ angesiedelt.

In diesem Jahr feiert das Institut sein 75-jähriges Bestehen, unter anderem mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür am 26. Mai 2018.