Weinkönigin freut sich auf "besonderen Jahrgang 2015"

Josefine Schlumberger über deutschen Wein und ihre Regentschaft

Königin für ein Jahr – das ist die 21-jährige Josefine Schlumberger aus dem südbadischen Laufen. Die Winzertochter überzeugte die Fachjury mit ihrer Persönlichkeit und freut sich nun auf ihre Repräsentationsaufgaben. Aber auch fachlich hat die Studentin des Weinbaus und der Oenologie einiges drauf. Wissenswertes zum Weinjahrgang  2015 verrät sie im folgenden Interview.

Wie sind Sie Deutsche Weinkönigin 2015/2016 geworden und was reizt Sie besonders an dieser Aufgabe?

In einem Vorentscheid und im Finale ging es darum, eine Jury mit Fachwissen und souveränem Auftreten zu überzeugen. Dabei mussten meine Mitbewerberinnen und ich in mehreren Spielrunden vor laufenden Kameras und Publikum antreten. Die Wahl ist schließlich auf mich gefallen. Mir zur Seite stehen die ebenfalls gewählten Prinzessinnen Caroline Guthier von der Hessischen Bergstraße und Katharina Fladung aus dem Rheingau. Nun freue ich mich darauf, alle deutschen Anbaugebiete, die Winzer und ihre Weine besser kennen zu lernen und sie im In- und Ausland vertreten zu dürfen. Bislang war ich als Badische Weinkönigin ja überwiegend in der Heimat unterwegs. Die neue Aufgabe reizt mich auch deswegen, weil sie mir persönlich große Chancen zur Weiterentwicklung bietet.

Wie sieht aktuell Ihr Terminkalender aus?

Der ist ziemlich voll. In der Woche nach der Wahl am 25. September 2015 gab es jede Menge Medientermine bei TV- und Rundfunksendern sowie Zeitungen. Außerdem stand ein Fotoshooting auf dem Programm. Danach folgten schon die ersten Repräsentationstermine. So zum Beispiel beim Tag der Deutschen Einheit in Berlin, bei Messen und Winzerumzügen. Kein Tag ist wie der andere. Im kommenden Jahr rechne ich mit rund 250 Terminen, die vom Deutschen Weininstitut koordiniert werden.

Können Sie schon etwas zum Weinjahrgang 2015 sagen?

Wir können uns auf einen besonderen Jahrgang freuen. Die Lese hat in allen Anbaugebieten durchweg gute bis sehr gute Qualitäten hervorgebracht. Die Trauben waren aromatisch, kerngesund und hatten ein überdurchschnittliches Mostgewicht. Aufgrund der Sommertrockenheit lagen die Erntemengen in den südlichen Anbaugebieten etwas unter dem Mittel der letzten Jahre, dafür im feuchteren Norden etwas darüber. Jetzt liegt es an den Kellermeistern, aus dem Traubensaft einen hervorragenden Jahrgang zu machen.

Was ist für Qualität und Menge Ausschlag gebend?

Das Wetter und die Rebengesundheit. Der Sommer war überwiegend sonnig und trocken, wovon besonders die Rotweinsorten profitiert haben. Die Witterung hat die Fäulniserreger förmlich ausgetrocknet. Ertrag mindernde, Blüten schädigende Spätfröste gab es glücklicherweise nur regional im Süden. Die schädliche Kirschessigfliege, die 2014 massiv aufgetreten ist, war in diesem Jahr ebenfalls kein großes Problem. Falscher und Echter Mehltau sowie Traubenwickler sind immer zu beachten, können aber mit den entsprechenden Pflanzenschutzmitteln bzw. Pheromonfallen im Griff behalten werden.  

Woher wissen Sie das alles?

Wenn man wie ich auf einem Weingut aufgewachsen ist, bringt man bereits ein gewisses Grundverständnis für die Zusammenhänge mit. Nach der Schule habe ich ein siebenmonatiges Praktikum auf einem großen Betrieb absolviert und vor einem Jahr mein Weinbau- und Oenologie-Studium in Geisenheim begonnen. Das gibt mir den fachlichen Hintergrund. Oenologie ist übrigens der Fachbegriff für Kellerwirtschaft. Die Regelstudienzeit bis zum Bachelor beträgt sechs Semester.  

Haben Sie einen Lieblingswein? Und mögen Sie auch ausländische Weine?

Nein, ich habe keinen Lieblingswein. Bei den deutschen Weinen kann ich aus den Vollen schöpfen. Es gibt eine riesige Auswahl, für jeden und für jeden Anlass ist etwas dabei. Bei mir kommt es immer auf die Situation, die Stimmung oder die Speisen an, zu denen ich Wein trinken möchte. Generell mag ich eher trockene Weine, gerne auch mal einen knackigen Riesling und im Winter einen leckeren Rotwein. Ausländische Weine probiere ich natürlich auch ab und zu, um vergleichen zu können. Aber deutsche Weine haben das gewisse Etwas!