Johannisbeeren im Garten

Leuchtend rot, tiefschwarz, hell durchscheinend und ein bisschen sauer

Ribes auf lateinisch, Ribiseln in Bayern und Österreich, Ahlbeere in Norddeutschland, Träuble in Schwaben und Trübeli in der Schweiz – so werden die Johannisbeeren genannt. Es gibt sie in rot (Ribes rubrum), schwarz (Ribes nigrum) und weiß (Ribes sativum), und auch die Stachelbeere (Ribes uvacrispa) gehört zu dieser Pflanzengattung. Ihr Gattungsname stammt vom arabischen ribâs ab, einer im Libanon wachsenden Rhabarberart. In Europa wurde dann ribes daraus. Unser deutscher Name Johannisbeere rührt daher, dass um den Johannistag am 24. Juni die ersten Johannisbeersorten reif sind.

Pflegeleichtes Beerenobst im heimischen Garten

Johannisbeeren sind eigentlich ganz pflegeleicht, sie wachsen auf vielen Standorten, bevorzugen aber einen sonnigen Platz mit einem Boden ohne Staunässe. An einem halbschattigen Platz wachsen Johannisbeeren zwar auch, sie danken viel Sonne aber mit einem intensiveren Aroma. Einzig weiße Johannisbeeren mögen den lichten Schatten anderer Gehölze, sie neigen nämlich zu Sonnenbrand und verbräunen, wenn sie zu viel Sonne abbekommen. Durch ihre frühe Blüte sind sie spätfrostgefährdet. Man tut also gut daran, die Johannisbeerbüsche bei Frostgefahr mit einem Vlies einzuwickeln.

Gepflanzt werden die wurzelnackten jungen Sträucher am besten im Herbst. Dann haben sie Zeit genug, viele Feinwurzeln auszubilden und treiben im Frühjahr kräftig aus. Getopfte Sträucher sollten vor und nach dem Pflanzen gut gewässert werden. Gut ist es, den Wurzeldurchmesser frei von Bewuchs zu halten.

Profis ernten vom Spalier

Der Fachhandel bietet auch Hochstämmchen an, diese sollten allerdings am Stützpfahl beziehungsweise im Spalier gepflanzt werden. Im Erwerbsobstanbau werden Johannisbeeren beispielsweise an einem Spalier aus Spanndrähten angebaut. So kommt die Sonne ideal an die Pflanze und die Johannisbeersträucher bilden lange Trauben, die gut ausreifen. Bei diesem Anbau muss etwas mehr Pflege durchgeführt werden. Die Beerenanbauer lassen nur drei Haupttriebe fächerförmig am Spalier wachsen, die Seitentriebe werden konsequent zurückgeschnitten.

Nicht jeder Dünger ist geeignet

Johannisbeeren benötigen eine gleichmäßige Nährstoffversorgung. Doch Achtung: Der Dünger sollte chloridfrei sein, sonst drohen Verätzungen. Johannisbeeren sind wie viele andere Beeren, Obst und viele Gemüsearten nämlich empfindlich gegen hohe Chloridkonzentrationen in der Bodenlösung. Ansonsten sind Johannisbeeren pflegeleicht, und durch ihre geringe Wuchshöhe eignen sie sich auch für kleinere Gärten. Ein regelmäßiger Rückschnitt macht sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Dieser wird am besten im Winter in einer frostfreien Zeit vorgenommen. Alles nach innen wachsende und sich berührende Holz wird entfernt. Einen einheitlichen Schnitt für alle Johannisbeeren gibt es allerdings nicht, da rote Johannisbeeren am zweijährigen Holz und schwarze Johannisbeeren am einjährigen Holz tragen.

Pilzkrankheiten und Schädlinge

Johannisbeeren sind oft anfällig gegen Echten Mehltau sowie die Rotpustelkrankheit. Beim Kauf sollte man daher auf robuste und resistente Sorten achten. Eine Unterart des Mehltaus, der Amerikanische Stachelbeermehltau, befällt vor allem die Triebspitzen. Haben diese einen weißlichen Belag, müssen sie sofort zurückgeschnitten werden. Schwarze Johannisbeeren werden dagegen oft vom Johannisbeersäulenrost befallen. Einige Kiefernarten sind Winterwirte für den Rostpilz. Ein vorbeugendes Hausmittel dagegen ist Wermut, der zwischen die Johannisbeersträucher gepflanzt wird. Bei den tierischen Schädlingen ist die Johannisbeergallmilbe zu nennen, und auch verschiedene Blattlausarten machen den Johannisbeeren das Leben schwer. Zu erkennen ist der Befall, wenn sich die Blätter kräuseln und die Triebspitzen verkümmern. Blasenläuse „blasen“ die Blätter auf. Der Fachhandel berät über wirksame Mittel gegen Läuse.

Vielseitige Verwendung

Bei Berücksichtigung all dieser Anforderungen und Maßnahmen steht einer reichen Ernte an leckeren Johannisbeeren nichts im Weg. Doch etwas Geduld muss man schon mitbringen: Es dauert etwa fünf Jahre, bis die roten Johannisbeeren im Vollertrag stehen. Verwendet werden rote Johannisbeeren frisch zum Beispiel im leckeren schwäbischen Träubleskuchen oder in der norddeutschen Roten Grütze, getrocknet im Müsli, als Saft eingeweckt oder als Gelee. Schwarze Johannisbeeren werden im Erwerbsanbau für die Gewinnung von Saft und allerlei „Cassis“-Zubereitungen verwertet. Übrigens besitzen alle Johannisbeeren, besonders aber die schwarzen, eine Menge Vitamin C und sind daher gut für die Abwehrkräfte.