Hopfenkönigin Theresa Zieglmeier trinkt am liebsten Weißbier

Repräsentation des Hallertauer und deutschen Hopfens im In- und Ausland

Viele Mädchen träumen davon, einmal Prinzessin zu sein. Theresa Zieglmeier wurde sogar Königin. Wie die 24-Jährige aus dem bayerischen Peffenhausen nahe Landshut das geschafft hat und warum deutscher Hopfen boomt, erklärt sie in einem Interview mit dem IVA-Magazin.

Frau Zieglmeier, ein Jahr mit vielen Terminen rund um den Hopfen liegt nun hinter Ihnen. Wie lautet Ihr Fazit?

Ich bin sehr dankbar und stolz, dass ich dieses Amt ausüben durfte. Als Hopfenkönigin war ich Botschafterin für die wichtigste Bierzutat und bin überall mit viel Interesse aufgenommen worden. Von den vielen Begegnungen mit interessanten Menschen und den zahlreichen neuen Kontakten werde ich noch lange Zeit zehren.

Wann ist bei Ihnen die Idee gereift, Hopfenkönigin zu werden?

Solange ich mich erinnern kann, war das mein Wunsch. Ich bin mit Hopfen aufgewachsen. Meine Eltern haben einen Hopfenbaubetrieb in Peffenhausen, das zum Anbaugebiet Hallertau gehört, dem größten Anbaugebiet Deutschlands.

Wie wurden Sie auserwählt?

Die vom Hopfenpflanzerverband Hallertau organisierte Wahl fand im Rahmen des Wolnzacher Volksfests im August 2017 statt. Wir Bewerberinnen mussten eine Rede halten und uns den Fragen des Moderators stellen. Die Besucher der Veranstaltung haben sich dann für mich entschieden. Damit wurde ich zur Hallertauer Hopfenkönigin 2017/2018 gewählt. Mir zur Seite stand Vize-Königin Katharina Schinagl. Auch die anderen Anbaugebiete Elbe-Saale, Tettnang, Spalt und Bitburg haben ihre Königinnen. Sie sind flächenmäßig jedoch sehr viel kleiner. Deswegen vertrat ich sie auch bei Terminen des Verbands Deutscher Hopfenpflanzer e. V. im Ausland.

Durften Sie bei offiziellen Anlässen eigentlich auch mal eine belebende Saftschorle trinken?

Sagen wir mal so: Es wird vom Hopfenpflanzerverband gerne gesehen, wenn ich ein Bierglas in der Hand habe. Ich muss ja nicht gleich mehrere Gläser austrinken. Meine Lieblingssorte ist übrigens Weißbier. Unter den alkoholfreien Bieren bevorzuge ich Craftbeer, das durch die Hopfengabe mehr Geschmack hat.

An welchen Terminen haben Sie als Hopfenkönigin teilgenommen?

Das waren ganz viele Volksfeste und Bierfestivals. Aber auch Veranstaltungen, auf denen ich unsere Region vertreten habe. Wie zum Beispiel auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin oder bei der Freizeitmesse in München. Termine im Ausland gab es ebenfalls: Die Craftbeer-Conference in Nashville, Tennessee (USA), oder eine Veranstaltung in unserer belgischen Partnerstadt Poperinge bleiben mir in guter Erinnerung.

Der Begriff Craftbeer ist jetzt schon zwei Mal gefallen. Was ist das eigentlich?

Craftbeer ist ein handwerklich gebrautes Bier, das sich geschmacklich von den gängigen Biersorten abhebt. Meist wird es in kleinen, unabhängigen Brauereien gebraut und ist auch etwas teurer. Der Trend zum Craftbeer hat sich in den letzten zehn Jahren verstärkt. Das ist gut für die Anbauer, denn diese Biere enthalten meist relativ viel Hopfen.

Wie entwickelt sich der Hopfenmarkt? Der Bierkonsum in Deutschland sinkt ja beständig.

Unsere Anbauer dehnen ihre Produktion trotz des rückläufigen Bierverbrauchs weiter aus. In diesem Jahr wuchs die deutsche Anbaufläche erstmals vermutlich auf mehr als 20 000 Hektar. Das liegt einerseits an der verstärkten Nachfrage nach hopfenreichen Bieren. Andererseits wird 70 bis 80 Prozent der deutschen Produktion exportiert.

Was zeichnet guten Hopfen aus?

Die Inhaltsstoffe. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Hopfen: Aroma- und Bitterhopfensorten. Bei Aromahopfensorten stehen vor allem die ätherischen Öle im Vordergrund. Beim Bitterhopfen zählt die Alphasäure, die hilft, das Bier zu konservieren. Die Gehalte bestimmen den Auszahlungspreis. Die Inhaltsstoffe befinden sich in der Dolde. Deswegen sollte der Anteil der Blätter und Stängel im Erntegut möglichst gering sein.

Die Hopfenernte beginnt jetzt im August. Wie sind die Aussichten?

Die Experten sind optimistisch. Pilzkrankheiten wie Mehltau und Peronospora und Schadinsekten wie Blattläuse und Rote Spinne haben dieses Jahr keine Rolle gespielt. Das liegt an der Jahreswitterung, an der Sortenwahl und am gezielten Pflanzenschutz . Die modernen Geräte erreichen mit ihrem Gebläse auch die Spitzen der 7 Meter hoch rankenden Pflanzen. Gesunde Dolden tragen zu einer guten Qualität und hohen Erträgen bei. Ich bin schon ganz gespannt auf die diesjährige Ernte.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Zieglmeier.

Hopfen und Malz, Gott erhalt‘s!