Freilandgemüse 2013: in Hessen mit Höhen und Tiefen

Wetterkapriolen beeinflussten Ernten; höhere Peise, aber keine Versorgungsengpässe

„Von Hitze- und Trockenschäden bis zu überschwemmten Gemüsefeldern war alles dabei“, so bilanziert Stefan Nauheimer das Gemüsejahr 2013. Der Berater am Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen erlebte ein äußerst abwechslungsreiches Jahr, das auch für die Gemüsekäufer manche Überraschung bereithielt.

Wetter entscheidend

Schon Ende März haben sich nach Beobachtungen des Beraters Verzögerungen im Wachstumsablauf bei Freilandgemüse angedeutet: „Salat hatte zu diesem Zeitpunkt unter verfrühender Doppelabdeckung mit Folie und Vlies bereits einen Wachstumsrückstand von einigen Tagen.“ Noch größer war der Rückstand bei Spargel, der etwa zwei Wochen später als im Mittel der Jahre gestochen werden konnte. Zur Eröffnung der hessischen Spargelsaison am 17. April gab es fast nur Spargel, der unter dreifacher Abdeckung mit Kleintunnel, schwarz-weißer Folie und Lochfolie wuchs. Der ergiebige Regen Ende Mai bis Anfang Juni brachte die Bestell- und Pflegearbeiten in Nauheimers Beratungsgebiet auf vielen Flächen vorübergehend zum Erliegen. An den Flüssen waren zahlreiche Gemüseflächen überschwemmt. Ganz anders im August: Die extreme Sonneneinstrahlung verursachte Schäden an Mangold und Salat. Schmetterlingsraupen wie Gammaeule oder Kohlweißling wurden häufiger beobachtet. Gegen die gefräßigen Raupen stehen den Gemüsebauern zugelassene Insektizide zur Verfügung. Auf den schwierigen Sommer folgte ein ungewöhnlich nasser Herbst. Kalt war es auch; bereits Anfang Oktober sanken die Nachttemperaturen bis knapp an den Gefrierpunkt. „Die meisten Kulturen haben diese vorübergehende Kälte vertragen, nur den Buschbohnen hätte in kühleren Lagen eine Vliesabdeckung gutgetan“, so Nauheimer.

Auswirkungen im Laden

Die Gemüsekäufer im Laden waren von dem schwankenden Angebot an Freilandware ebenfalls betroffen. Nach Angaben  des Fruchthandelsverbands stiegen die Preise für Gemüse von Juli 2012 bis Juli 2013 im Schnitt um 11,7 Prozent (Kartoffeln: plus 44,4 Prozent). Grund dafür war vor allem die kühle Frühjahrswitterung. Im Verlauf des Sommers gaben die Preise mit dem wachsenden Angebot wieder etwas nach. Zu Versorgungsengpässen kam es nicht. Die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse begründet dies so: Fällt die Ernte in einer Region niedriger aus, gleichen andere Anbauregionen oder Importe aus dem Ausland den Mangel in der Regel wieder aus. Außerdem wächst nur ein Teil des Gemüses im Freiland. Und Gewächshauskulturen sind weniger witterungsabhängig und sorgen zuverlässig für das gewohnte breite Angebot.

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