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Haus & Garten
26.05.2011

Sprechstunde beim Pflanzenarzt

Vergilbungen an Taglilien können durch Wurzelfraß z. B. von Wühlmäusen oder durch Hitzeeinwirkung verursacht werden. Foto: Klaus Margraf

Wenn Pflanzen Schäden zeigen

Zeigen Pflanzen Schäden, deren Ursachen nicht so einfach aufzuklären sind, muss der Pflanzendoktor her. Die Fachberater der Pflanzenschutzmittelhersteller oder des amtlichen Pflanzenschutzdienstes helfen bei Diagnosen und Behandlung. Anfragen nehmen sie telefonisch oder schriftlich entgegen. Aussagefähige Fotos oder Pflanzenproben unterstützen sie bei der genauen Bestimmung. Oft reicht eine detaillierte Schilderung der Schäden und ihrer Begleitumstände für eine „Ferndiagnose“ aus. Wenn nicht, müssen Pflanzenproben eingereicht werden. Dabei sind einige Hinweise zu beachten.

Pflanzenprobe zur Laboruntersuchung

Wenn die Ferndiagnose nach Erscheinungsbild nicht möglich ist, wird eine genauere, mikroskopische Untersuchung oder Labordiagnose unumgänglich. Dann muss eine Pflanzenprobe an die Beratungsstelle geschickt werden. Für eine zuverlässige Diagnose brauchen die Berater möglichst frisches Probenmaterial. Hilfreich ist auch eine Beschreibung der „Krankheitsgeschichte“. Kommen Proben auf dem Postweg in der Plastiktüte verjaucht, verschimmelt oder völlig vertrocknet und zerkrümelt beim Berater an, kann dieser keine sichere Diagnose gewährleisten. Das gilt auch, wenn zu wenig Pflanzenmaterial für eine eingehende Untersuchung mitgeschickt wird. 

Hinweise zum richtigen Versand der Pflanzenpatienten

  • Neben stärker geschädigten Pflanzen und Pflanzenteilen dürfen scheinbar gesunde und intakte nicht fehlen. Für die Analyse der Schadursachen sind auch Teile bedeutsam, die nur leichte Veränderungen (Primärsymptome) zeigen. Gerade in der Übergangszone zwischen krankem und gesundem Gewebe sind pilzliche Schaderreger besonders gut zu finden. An alten, bereits abgestorbenen Pflanzenteilen können Folgeerreger wie Schimmelpilze oder Fäulnisbakterien eine eindeutige Ursachenanalyse erschweren. Bei größeren Pflanzen werden Triebe oder Triebteile eingeschickt. Mit einzelnen Blättern lässt sich im Labor nur wenig anfangen.
  • Häufig zeigen die Pflanzen oberirdisch an Blättern, Nadeln oder Trieben Schäden, deren Ursachen im Wurzelbereich liegen. Deshalb kann es nützlich sein, die ganze kranke Pflanze samt Wurzeln und anhaftender Erde zu versenden. Aber Vorsicht: Keinesfalls dürfen oberirdische Pflanzenteile durch Erde verschmutzt werden. Davor schützt eine Folientüte mit dichtem Abschluss im Bereich des Wurzelhalses.
  • Eine Plastiktüte hält Pflanzen und Pflanzenteile frisch und schützt sie vor dem Austrocknen. Kondenswasserbildung wird durch das Umhüllen der Probe, etwa mit Zellstoff, Löschpapier oder Kaffeefilter, und das Einschneiden von Luftlöchern in die Folie verhindert. Auf gar keinen Fall dürfen die Pflanzenteile vor dem Versand befeuchtet werden. Sonst verfaulen sie auf dem Postweg. Damit sie nicht zerdrückt wird, sollte die Probe im Versandkarton gut ausgepolstert werden. Gegebenenfalls reicht auch schon ein gepolsterter Briefumschlag.
  • Pflanzen oder Pflanzenteile, an denen unterschiedliche Schadursachen vermutet werden, müssen getrennt versandt werden. Jede Probe wird einzeln mit einem wasserfesten Stift gekennzeichnet und mit Name, Adresse, Telefon- oder Fax-Nr. versehen. Das spart bei Rückfragen Zeit.

Sind Insekten zu bestimmen, helfen Makroaufnahmen. Benötigt der Bestimmer zusätzlich ein Exemplar, sollte man sich bei ihm erkundigen, wie es am besten zu präparieren ist. Sollte ein Lebendversand unumgänglich sein, muss den Tieren ausreichend Futter beigegeben werden. Die Versandgefäße, am besten Kunststoffbehälter, müssen mit Luftlöchern im Deckel versehen sein. Fotos sind für Mensch und Schädling der angenehmere Weg. 

Begleitschreiben mit der „Krankengeschichte“ nicht vergessen

Da der Berater die betroffene Pflanze nicht in ihrem Umfeld sehen kann, sollten schriftliche Angaben über die betroffene Pflanze, beispielsweise zu Pflanzenart, Sorte, Entwicklungsstadium, zu den Standortbedingungen (wie Klima- und Bodenverhältnissen, Schatten oder Sonne) zur Pflege sowie zu den eingesetzten Dünge- und Pflanzenschutzmitteln beiliegen. Insbesondere bei Zimmerpflanzen sind Aussagen zu den Lichtverhältnissen oder zur verwendeten Erde wichtig. Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln vor dem Versand kann die Entwicklung von Schaderregern, insbesondere von Schadpilzen auf den Nährmedien beeinträchtigen. Wenn die Myzel- oder Sporenbildung unterbleibt, erschwert das die Labordiagnose erheblich. Trotz größter Sorgfalt beim Versand kann das Pflanzenmaterial sich verändern oder verfärben. Deshalb ist eine genaue Beschreibung des Schadbildes und ein Foto hilfreich. Wenn nur Pflanzenteile eingereicht werden, braucht der Berater Hinweise, in welchem Bereich der Pflanze die Schäden aufgetreten sind – etwa im unteren oder inneren Bereich, an den Triebspitzen oder an der Triebbasis. Die Angabe von Absender und Telefonnummer ist Voraussetzung für eine schnelle Information. 

Patienten rechtzeitig zum Postversand geben

Zur Post bringen Sie die Sendung am besten montags oder dienstags, spätestens am Mittwoch, damit sie noch vor dem Wochenende beim Empfänger ist. Wenn der Berater in der Nähe wohnt, können Sie Ihre Patienten auch persönlich vorstellen. Bevor Sie eine Pflanzenprobe zur Untersuchung versenden, ist es immer ratsam, sich mit der Beratungsstelle abzustimmen, um besondere Hinweise oder etwaige Kosten berücksichtigen zu können.

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Maik Baumbach

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