Der Speisebohnenkäfer entdeckt den Garten für sich

04.05.2011 Haus & Garten

Ein Vorratsschädling auf dem Weg ins Freiland

Kreisrunde Fraßlöcher in Hülsenfrüchten verraten den Speisebohnenkäfer. Seine Larven bohren sich in die weißen oder roten Bohnen ein und höhlen sie aus. Bisher war der Vorratsschädling in Bohnen aus Mittel- und Südamerika gefürchtet. Inzwischen hat der Käfer auch hierzulande die jungen Bohnenpflanzen in Gärten und auf Feldern als Eiablageplatz entdeckt.

Im Freiland

suchen die weiblichen Speisebohnenkäfer (Acanthoscelides obtectus) die jungen Bohnenpflanzen auf, fressen einen Spalt in die Naht der Bohnenhülsen und legen dann 50 bis 100 Eier direkt an den Bohnensamen ab. Bei Temperaturen von 30 Grad Celsius dauert es nur sechs Tage bis die sehr beweglichen Larven schlüpfen und sofort in die Bohnen eindringen. Ihre Entwicklung dauert je nach Temperaturen von etwa vier Wochen (bei 30 Grad Celsius) bis zu drei Monate (bei 20 Grad Celsius). Dann verpuppen sie sich in der leer gefressenen Bohnenhülse. Der geschlüpfte und flugfähige Käfer verlässt die Bohne und sucht bei Temperaturen ab 21 Grad Celsius nach neuen Eiablageplätzen. Er selbst ernährt sich nur von Blütenpollen. Die mitteleuropäischen Temperaturen erlauben es den Käfern normalerweise nicht, hier im Freiland zu überwintern. Deshalb treten sie bei uns hauptsächlich als Vorratsschädling oder in Sämereien auf. Befallene Bohnen eignen sich nicht mehr zum Verzehr. Den als Saatgut vorgesehenen Bohnen geht die Keimfähigkeit verloren.

Was ist zu tun?

Um einen Befall mit dem Schädling im Garten zu vermeiden, ist es am wichtigsten, im Frühjahr kein Saatgut zu verwenden, das mit Eiern oder anderen Stadien des Schädlings verseucht ist. Deshalb sollten die Bohnensamen kühl, bei circa fünf Grad Celsius, trocken und fest verschlossen gelagert werden. Denkbar ist auch ein Platz im Kühlschrank. Gut getrockneten Samen kann man sogar vor der Aussaat für ein paar Tage einfrieren. Die Kälte tötet normalerweise alle Entwicklungsstadien des Speisebohnenkäfers ab. Dann kann der Schädling nicht ins Freiland auswandern.

Übrigens

befällt der Speisebeohnenkäfer neben Busch- und Stangenbohnen auch andere Hülsenfrüchte wie Erbsen, Saatwicken, Kichererbsen oder Sojabohnen. Tritt er din Silos oder Lagerhallen auf, wird das Vorratsgut mit Stickstoff, Kohlendioxid oder Phosphorwasserstoff behandelt. Befallene Lebensmittel müssen vernichtet werden.

Mehr dazu unter: www.Schaedlingskunde.de

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