Serie: Querbeet durch Haus und Garten

18.07.2019 Haus & Garten

Gesunde Pflanzen im Sommer – Schäden rechtzeitig erkennen und beseitigen

Die Sommermonate sind eine bevorzugte Urlaubszeit. Wer diese nicht in seiner grünen Oase im Garten verbracht hat, kann bei der Rückkehr gegebenenfalls eine böse Überraschung erleben. Schädlinge und Krankheiten machen nämlich keinen Urlaub! So ist es wichtig, sofort die Pflanzenbestände in Augenschein zu nehmen, um einen eventuellen Befall mit Schädlingen oder Krankheiten zu erkennen und beseitigen zu können. Wenn nicht ein netter Nachbar ein Auge auf den Garten hatte und gegossen hat, kann auch die Sommerhitze zu Schäden geführt haben.

Die Lauchmotte schädigt Porree

An Porree können jetzt örtlich schon Schäden durch die zweite Generation der Lauchmotte sichtbar werden. Hier verursachen kleine grüne Raupen an den Blättern erst einen streifigen Fensterfraß unter der Blattoberhaut. Durch das Weiterwachsen der Pflanzen reißt das Gewebe auf und es entstehen größere Löcher. Die Raupen fressen sich später zum Herz der Pflanzen durch. Bei feuchtem Wetter dringen an den Fraßstellen pilzliche oder bakterielle Fäulniserreger ein, die den Schaden vergrößern.

Beim Feststellen der ersten Befallsymptome sollten die betroffenen Blätter ausgepflückt oder die Raupen abgesammelt werden. Wenn direkte Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich werden, sollte man den örtlichen Pflanzenschutzdienst konsultieren.

Wenn Kohlrabi vor der Ernte platzt

Immer wieder gibt es Klagen, dass Kohlrabi wenige Zeit vor der Ernte aufplatzt. Es kann dann sogar zur meist bakteriellen Fäulnis kommen. Für das Aufplatzen zu diesem Zeitpunkt ist nicht der Befall mit dem Kohltriebrüssler verantwortlich. Ursache ist eine unregelmäßige Wasserversorgung, insbesondere ein hohes Wasserangebot nach trockener Witterung. Deshalb sind die Schäden meist erst beim Herbstkohlrabi zu beobachten, nach den Trockenperioden im Sommer. Die Pflanzenzellen können sich nach der Trockenheit nicht ausreichend ausdehnen, und bei reichlichem Wasserangebot platzt dann das Gewebe. Eine gleichmäßige Wasserversorgung, besonders in Trockenperioden, hilft.

Verbrannte Blätter an Gurken im Kleingewächshaus

Bei Gurken zeigen die Blätter anfangs weißliche, trockene, scharf begrenzte Flecken zwischen den Blattadern, später ist die ganze Blattfläche betroffen. Die Schäden treten vor allem dann auf, wenn die Blätter der Gewächshausgurken zu nahe ans Glas ragen. Die Hitzeschäden entstehen besonders dann, wenn nach einer trüben, feuchtkühlen Periode plötzlich Hochsommertemperaturen mit intensiver Sonneneinstrahlung auftreten. Durch die intensive Bestrahlung der Pflanzenteile auf der Sonnenseite, werden hier die Zellpartien derart stark geschädigt, dass sie absterben. Während intensiver Sonneneinstrahlung muss am Glas Schattierleinen oder -farbe angebracht werden.

Blattflecken an Dahlien

Auf den Blättern von Dahlien können besonders bei regnerischem Wetter oder an feuchten Standorten zunächst hell- bis gelblich-grüne, rundliche, teils auch von Blattadern begrenzte Flecken mit einem Durchmesser von 0,2 bis 1 Zentimeter entstehen, die dann von der Mitte ausgehend graubraun werden. Bei starkem Befall können die Flecken zu größeren Flächen zusammenfließen. Das betroffene Blattgewebe wird trocken und kann ausfallen, sodass Löcher entstehen. Die unteren Blätter sind meist stärker befallen und vertrocknen oft völlig. Auch kann man feststellen, dass Kaktusdahlien häufiger als Pompondahlien befallen werden. Ursache für diese Blattfleckenkrankheit ist der pilzliche Erreger Entyloma dahliae. Er überwintert an den befallenen Blättern entweder im Freien oder an Resten, die mit den Knollen eingelagert werden.

Bemerkt man die ersten Symptome, so ist es ratsam, die betroffenen Blätter gleich zu entfernen und zu vernichten. Das gilt ebenfalls für das Laub, wenn die Knollen im Herbst gerodet werden. Auch sollte darauf geachtet werden, dass an den Stängelstümpfen keine Blattreste verbleiben. Im kommenden Jahr sollten die Dahlien an einen anderen Platz im Garten kommen, zumindest aber nicht zu eng gesetzt werden, damit das Laub bei Befeuchtung schnell wieder abtrocknen kann.

Bei Johannis- und Stachelbeerstämmchen stirbt die Krone

Bei Johannis- und Stachelbeerstämmchen kommt es oft vor, dass Unterlage und Veredlung nicht gut zusammenwachsen. So entstehen dann nicht optimal durchgehende Wasserleitungsbahnen. In vielen Jahren reichen solche schlecht zusammengewachsenen Leitungsbahnen aus, um die Wasser- und Nährstoffversorgung für die meist kleine Krone zu garantieren. In Jahren mit extremer Hitze und bei wechselnder Bodenfeuchte, also bei erhöhten Anforderungen an den Wassertransport in der Pflanze, entsteht dann oft ein Defizit, das zu einem partiellen oder völligen Absterben der Krone führen kann. Schließlich ist auch von einer „Ehe auf Zeit“ auszugehen. Mit dem Dickenwachstum der Stämmchen können die Verwachsungen an der Veredlungsstelle immer problematischer werden. So sind mehr als zehn bis 12 Jahre die Ausnahme für das Zusammenleben von veredelter Krone und dem Stammbildner.

Schwarzes Birnenlaub zeigt Unwohlsein an

Das Schwarzwerden vom Birnenlaub ist meist auf nicht zusagende Wachstumsbedingungen zurückzuführen. Die Birne ist eine Obstart, die kein nasskaltes Wetter mag. Besonders die spät reifenden Sorten entwickeln sich am besten im Weinbauklima oder an anderen geschützten Stellen, wie zum Beispiel als Spalier an Süd- oder Südwestwänden. Ständige Nässe im Untergrund oder zur Verdichtung neigende Böden sind einer optimalen Entwicklung abträglich. Das betrifft vor allem solche Sorten, die auf Quitte veredelt sind. Eine Ursache für das Schwarzwerden des Laubs ist auch ein über mehrere Wochen vorherrschendes unnormal wechselhaftes, nasskaltes Wetter mit oft erheblich zu niedrigen Nachttemperaturen. Das beeinträchtigt die Nährstoffaufnahme.