Blaubeeren aus dem eigenen Garten
Wer gerne Blaubeeren isst, pflanzt sie am besten im Garten.
Obstgehölze in Kübel und Beet pflanzen
Wer gerne Heidelbeeren isst, ist gut beraten, sich einen oder gleich mehrere Sträucher in den Garten zu setzen. Die Pflanzen stellen zwar besondere Ansprüche an den Boden, liefern bei guter Pflege aber eine reiche Ernte und sind zudem auch ein attraktiver Blickfang.
Die heimische Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus) wächst vor allem in lichten Wäldern und wird maximal 50 Zentimeter groß. Die kleinen Früchte sind durch und durch blaurot gefärbt und hinterlassen hartnäckige Verfärbungen auf Fingern, Lippen und Zunge. Was wir im Supermarkt kaufen, sind dagegen Kulturheidelbeeren. Hier befinden sich die Farbstoffe vor allem in der Schale, während das Fruchtfleisch hell ist. Wegen der größeren Früchte, höheren Erträgen, dem aufrechten Wuchs und einer längeren Erntezeit hat sich die Kulturheidelbeere in vielen Gärten gegenüber der wilden Verwandten durchgesetzt.
Herkunft und Aussehen der Kulturheidelbeere
Kulturheidelbeeren stammen hauptsächlich von nordamerikanischen Heidelbeerarten ab, insbesondere von der Amerikanischen Heidelbeere (Vaccinium corymbosum). Dort begannen Botaniker Anfang des 20. Jahrhunderts, wildwachsende Heidelbeersträucher zu kultivieren. Auch in Deutschland wurden bald Züchtungen entwickelt, die sich unter hiesigen Bedingungen zum Anbau eignen. Die Sträucher können je nach Sorte bis zu 2 Meter hoch werden. So lassen sich die Beeren leicht von den aufrecht wachsenden Sträuchern pflücken. Je nach Sorte erstreckt sich die Erntezeit von Ende Juni bis Ende August. Meist reifen die Früchte über mehrere Wochen hinweg, sodass nach und nach geerntet werden kann. Aber auch außerhalb der Erntezeit hat die Kulturheidelbeere wegen ihres Zierwerts einiges zu bieten: Im Frühjahr schmücken sich die Sträucher mit kleinen, glockenförmigen Blüten, die je nach Sorte weiß bis zart rosafarben leuchten und zugleich Bienen und andere Insekten anlocken. Im Herbst zeigen die Pflanzen oft eine attraktive Laubfärbung in kräftigen Rot- und Orangetönen.
Heidelbeeren brauchen saure Erde
Als Heidekrautgewächse brauchen Heidelbeeren einen gut durchlässigen, humosen und vor allem sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 4 und 5. Im Gegensatz zu den heimischen Waldheidelbeeren brauchen Kulturheidelbeeren einen vollsonnigen Standort. Da Gartenböden in seltensten Fällen sauer sind, müssen die notwendigen Bedingungen zuerst geschaffen werden. Recht einfach funktioniert dies, indem ein mindestens 60 Zentimeter tiefes Pflanzloch mit einem Durchmesser von mindestens 80 Zentimetern gegraben, an den seitlichen Rändern mit Teich- oder Mulchfolie ausgekleidet und mit Rhododendronerde gefüllt wird. Anstelle der Folie kann auch eine Mörtelwanne am Boden mit Löchern versehen und in das Beet eingegraben werden.
Statt Rhododendronerde eignen sich auch Torf, gewaschener Sand und Rindenmulch von Nadelbäumen zu gleichen Teilen. Für die torffreie Alternative wird ein Teil Sägespäne oder Holzhäcksel von Nadelbäumen verwendet. In diesem Fall muss allerdings auf eine gute Stickstoffdüngung geachtet werden, da die Blätter sonst leicht vergilben. Daneben können einzelne Kulturheidelbeeren mit dem Substrat der Wahl auch in ausreichend große Kübel gepflanzt werden. In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass die Flachwurzler nicht zu tief in die Erde gesetzt werden. Nun die Erde gut andrücken und kräftig angießen. Zum Schluss sorgt eine etwa 5 Zentimeter dicke Mulchschicht aus gehäckseltem Nadelholz dafür, dass die Erde nicht austrocknet und sauer bleibt.
Gute Pflege für eine reiche Heidelbeer-Ernte
Beim Kauf von Heidelbeerpflanzen sollte etwa drei Jahre alten Containerpflanzen mit mehreren Seitentrieben der Vorzug gegeben werden. Diese sind zwar meist teurer, aber robuster und tragen schneller Früchte. Erst nach circa sechs Jahren erreichen Kulturheidelbeeren ihren Höchstertrag. Dann können 6 bis 10 Kilogramm von einem Strauch geerntet werden. Bei guter Pflege und am richtigen Standort bringen die Pflanzen bis zu 30 Jahre lang Früchte hervor. Der Boden sollte während der Wachstumszeit gleichmäßig feucht bleiben und nicht vollständig austrocknen. Vor allem während der Fruchtentwicklung ist bei Trockenheit eine gute Bewässerung der flachwurzelnden Sträucher notwendig. Staunässe ist jedoch unbedingt zu vermeiden. Zum Gießen ist Regenwasser empfehlenswert, da Heidelbeeren empfindlich auf Kalk reagieren. Neben kalkfreiem Heidelbeer- oder Rhododendrondünger kann auch Humus aus verrotteter Nadelstreu zur Düngung verwendet werden.
Im Pflanzjahr ist es günstig, die Blüten zu entfernen, um den Wuchs zu fördern. Kulturheidelbeeren brauchen keinen radikalen Rückschnitt. Im späten Winter oder zeitigen Frühjahr wird der Strauch regelmäßig ausgelichtet. Die ältesten und schwächsten Triebe werden nach und nach entfernt, damit junge, kräftige Triebe nachwachsen können. Besonders ertragreich sind zwei- bis vierjährige Triebe. Auch kranke, sehr dünne oder ungünstig wachsende Zweige sollten weichen.
Eine Blaubeerhecke pflanzen
Wegen ihres Zierwerts sind Heidelbeeren gut geeignet, um am Gartenzaun oder für eine schöne Gartenstruktur als Naschhecke gepflanzt zu werden. Bei einem Abstand von 1,20 bis 1,50 Metern kommen am besten verschiedene Sorten zum Einsatz. Das steigert zum einen den Ertrag, sofern sich ihre Blütezeit überschneidet. Zum anderen kann durch die Auswahl von frühen, mittelspäten und späten Sorten die Erntezeit ausgedehnt werden. Frühe Sorten sind beispielsweise „Duke“ und „Reka“, mittelspäte „Goldtraube“, „Puru“ und „Bluecrop“. Die späten Sorten „Elizabeth“ und „Legacy“ können ab August geerntet werden.