Schuld war der Kartoffelkäfer

13.11.2018 Forschung & Technik

70 Jahre Biologischer Pflanzenschutz in Darmstadt: Ein deutschlandweit einzigartiges Fachinstitut feiert Jubiläum

Es begann mit dem Kartoffelkäfer. Dessen Einschleppung nach Europa im 19. Jahrhundert führte schon vor dem Zweiten Weltkrieg zu staatlichen Bemühungen, die Ausbreitung zu verhindern.

So wurde 1935 der „Kartoffelkäfer-Abwehrdienst“ eingerichtet, mit dem durch koordiniertes Absammeln die Schäden begrenzt werden sollten. 1948 wurde dann nach einem Vorschlag der damaligen Biologischen Zentralanstalt (heute Julius Kühn-Institut) das „Institut für Kartoffelkäfer-Forschung und -Bekämpfung“ gegründet, später in „Institut für biologische Schädlingsbekämpfung“ und 1991 in „Institut für Biologischen Pflanzenschutz“ umbenannt. Die Aufgabe: biologische Verfahren zur Bekämpfung schädlicher Insekten und Milben zu entwickeln. Bis heute ist es das einzige staatliche Fachinstitut in Deutschland mit dieser Spezialausrichtung.

Anfangs betraten die Wissenschaftler in den meisten Forschungsbereichen Neuland. So gelang ihnen 1954 der erste erfolgreiche Freilandversuch in Europa, Insektenviren zur Bekämpfung der Roten Kiefernbuschhornblattwespe einzusetzen. Später wurden die Forschungen auf die Wirkung von Pflanzeninhaltsstoffen auf Schadorganismen und auf die biologische Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten ausgeweitet. Viele hier erforschte und entwickelte Verfahren sind inzwischen unverzichtbar in der Pflanzenschutzpraxis.

Quelle: JKI