Pflanzen können Bienen "hören"

07.05.2019 Forschung & Technik

Schwirren lässt den Zucker im Nektar ansteigen

Nicht summ, summ, summ, sondern schwirr, schwirr, schwirr – so könnte man es umschreiben, wie Pflanzen Bienen, Falter und andere Insekten „hören“. Das Schwirrgeräusch wird besonders von den Blütenblättern wahrgenommen.

Die Schwirrgeräusche von Insekten veranlassen Blumen zur Produktion von süßerem Nektar, das haben israelische Wissenschaftler herausgefunden. Sie hatten die Nachtkerzenpflanzenart Oenothera drummondii untersucht. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Pflanzen schnell auf das Geräusch von Bestäubern reagieren können", schreiben die Wissenschaftler in einem Fachjournal. Binnen drei Minuten hatte sich die durchschnittliche Zuckerkonzentration im Nektar um rund 20 Prozent erhöht.

Schwirren lässt die Blütenblätter vibrieren

Doch wie funktioniert das? Die Flügelschläge der fliegenden Bestäuberinsekten erzeugen Schallwellen, die sich schnell durch die Luft ausbreiten. Das Schwirrgeräusch der Bestäuber löste genau wie ein künstliches Schwirrgeräusch mit der gleichen Frequenz eine Vibration der Blütenblätter aus. Die Forscher nahmen die Geräusche von Bienen und Faltern auf. Sie testeten diese Aufnahmen und Aufnahmen mit gleichen und anderen Frequenzen an mehr als 650 Nachtkerzenpflanzen. Davor und danach analysierten sie den Nektar in den Blüten. Der „Hörmechanismus“ der Pflanze lässt den Zuckergehalt im Nektar ansteigen und macht die Blume für die Bestäuber attraktiver. Denn viele Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Daher ist es entscheidend für das Überleben der Pflanzen, bei Anwesenheit eines Bestäubers besonders attraktiv zu erscheinen.

Quelle: Spiegel.de