Sauerampfer hat jetzt Saison

Frühlingskraut für Salat, Suppen und Soßen

Unscheinbar, aber sehr würzig: Der zur Knöterich-Familie gehörende Sauerampfer hat jetzt Hochsaison und gibt vielen Gerichten als Heil- und Würzkraut den letzten Pfiff.

Der Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa) wird als Wildgemüse und Heilpflanze verwendet. Er schmeckt sehr würzig und leicht bitter. In der Naturheilkunde wird ihm eine Stärkung von Sehkraft, Herz und Nieren nachgesagt. Seit einiger Zeit wird das gesunde Kraut etwa in Nordrhein-Westfalen, im Rheinland oder in der Pfalz als Gewürzkraut von Gemüseanbauern und Landwirten angebaut. Sauerampfer in Töpfen ist ganzjährig verfügbar, die frisch geschnittenen Blätter haben jetzt Saison. Diese sollten übrigens sofort verzehrt werden; Sauerampferblätter lassen sich im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern nicht so gut durch Trocknen haltbar machen.

Frankfurter Grüne Soße und Salat

Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer aßen Sauerampfer als Beilage zu fetten Speisen, weil sie um die verdauungsfördernde Wirkung wussten. Im Mittelalter hatten die Seefahrer Sauerampfer als Mittel gegen Skorbut an Bord, weil er viel Vitamin C enthält. Zusammen mit Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle und Schnittlauch gehört Sauerampfer zur Kräutermischung für die Frankfurter Grüne Soße. Auch die Sauerampfersuppe und das Sauerampferomelette sind sehr lecker. Den meisten Menschen ist er aber vor allem als schmackhaftes Salatkraut bekannt. Man kann ihn dem Kopfsalat oder Eissalat als Würzkraut beimischen oder schon fertigen „Babyleaf“-Salat kaufen, eine Mischung von jungen Blättern verschiedener Salatarten und Kräutern. Dekorativ ist hier besonders die Variante mit den blutroten Blattrippen. Sauerampfer regt mit seinen Bitter- und Gerbstoffen die Verdauung, Leber und Galle an. Es sollten aber nur die ganz jungen Blätter verzehrt werden. Je älter die Blätter sind, umso mehr Oxalsäure enthalten sie, weswegen nierenkranke Menschen nicht zu große Mengen Sauerampfer zu sich nehmen sollten.