Ratten und Mäuse: Jedes Jahr 40 Millionen Euro Verluste in deutschen Getreidelagern

Die Nager zieht's zum Menschen: 23 Millionen U-Bahn-Ratten in New York, 15 Millionen Mäuse in der Altstadt Kölns

Sie sehen possierlich aus, besitzen aber beträchtliches Schadpotenzial. Und sie suchen die Nähe des Menschen, was nur selten auf Gegenliebe stößt. Es gibt viele gute Gründe, die Ratten- und Mäusepopulationen sorgfältig zu kontrollieren.

40 Millionen Euro Verluste gehen jährlich in Deutschlands landwirtschaftlichen Getreidelagern auf das Konto von Ratten und Mäusen. Dorthin ziehen sich insbesondere Wanderratten im Spätherbst gerne zurück. Über’s Jahr kann eine Wanderratte bis zu sieben Kilogramm Getreide vertilgen. In den wärmeren Jahreszeiten begegnet man dem Großteil der allesfressenden Wanderratten verstärkt im Freiland. Dort tummeln sie sich auf landwirtschaftlichen Kulturflächen, wie etwa auf Maisfeldern, an Gewässern, Böschungen, Silos und Kompostanlagen, aber auch in Gärten.

Neuere Erhebungen aus Niedersachsen lassen darauf schließen, dass in Deutschland bis zu 90 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe von Ratten und Mäusen befallen sind. Deutschlandweit führen 60 Prozent aller Landwirte ein- bis fünfmal pro Jahr Bekämpfungsmaßnahmen durch, um sich der Nager zu erwehren. 

Sie tun gut daran. Denn die Nager gefährden nicht nur technische Anlagen aus verschiedensten Materialien, wie beispielsweise Wasser- und Abwasserleitungen. Schwerer wiegt ihre Bedeutung als Krankheitsüberträger. So haben Ratten zum Beispiel während der letzten Schweinepest-Epidemie eine wenig rühmliche Rolle gespielt. Weil infizierte Nager die Krankheit weitertrugen, wurden mehrere Millionen Schweine gekeult. Mäuse und Ratten können aber auch Salmonellen , Leptospiren oder MKS- Viren auf Nutztiere und Menschen übertragen. Hygiene sollte deshalb oberstes Gebot sein. Fachwissen entscheidet über den Bekämpfungserfolg. Es ist empfehlenswert, professionelle Schädlingsbekämpfer zu Rate zu ziehen. 

Zu einem Fotowettbewerb für das hübscheste Rattenfoto

haben die genervten New Yorker U-Bahn-Mitarbeiter im Januar 2012 die Fahrgäste aufgerufen. Mit der Aktion wollen sie auf die wachsende „Untergrund-Armee“ aufmerksam machen und Unterstützung für eine effektive Bekämpfung erreichen, denn die Tiere begleiten die Menschen mittlerweile bis in die Züge.

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