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Umwelt & Verbraucher
30.03.2010

Nager im Lager: Schäden in deutschen Getreidelägern über 100 Millionen Euro im Jahr

Ratten vermehren sich extrem schnell und zählen zu den gefährlichsten Vorratsschädlingen. Quelle: Bayer CropScience

EU denkt laut über Einschränkungen bei der Bekämpfung nach

Jedes Jahr gehen in der deutschen Vorratshaltung über 100 Millionen Euro durch Schädlinge verloren. Trotz sachgemäßer Lagerung, penibler Hygiene und des gezielten Einsatzes von Ratten- und Mäusegift bei Landwirten, Getreidehandel und Mühlen.

Dieses Problem könnte bald noch viel gravierender werden. Das Europaparlament denkt derzeit über eine Änderung der Gesetzgebung nach, die den Einsatz von Rodentiziden (Mitteln zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen) stark einschränken oder sogar komplett unterbinden könnte.

Dr. Cornel Adler (Julius Kühn-Institut) schätzt, dass bei uns rund zwei Prozent des Getreides zwischen Ernte und Verarbeitung den verschiedenen Schädlingen zum Opfer fallen. In anderen Ländern liegen die Zahlen weit darüber. Weltweit beziffert er die Lagerverluste auf fünf bis 15 Prozent. Die bedeutenden Schäden verursachen die Nagetiere weniger durch ihre Fraßtätigkeit. Sie sind vielmehr gefürchtete Krankheitsüberträger: Wenn Lagergetreide durch Kot oder Urin von Ratten oder Mäusen verunreinigt wird, ist es unbrauchbar.

Weil Ratten und Mäuse sich unter günstigen Bedingungen rasant vermehren, kann man ihre Bestände nur mit Schädlingsbekämpfungsmitteln kontrollieren. Ein einziges Hausrattenpaar (Rattus rattus) kann im Jahr bis zu 60 Nachkommen auf die Welt bringen. Ohne Rodentizide wäre der wirtschaftliche Schaden mit 535 Millionen Euro mehr als fünfmal so groß. Zum Vergleich: Diese Summe würde für den Bau zweier Fußballstadien in Südafrika reichen. Lagerschäden durch Nagetiere sind ein ernstes Problem mit erheblichen Auswirkungen. Es bleibt zu hoffen, dass die Europaparlamentarier sich dieses Themas mit der gebotenen Sorgfalt annehmen.

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