Pflaumen, Zwetschgen, Renekloden und Mirabellen
Pflaumen gibt es in vielen bunten Variationen.
Fruchtiger Genuss im Spätsommer
Im August und September ist Haupterntezeit für Pflaumen. Je nach Sorte und Witterung geht die Saison von Ende Juli bis in den Oktober hinein. Für Fans der aromatischen Früchte ist dann die schönste Zeit des Jahres.
Jede Zwetschge ist eine Pflaume, aber nicht jede Pflaume ist eine Zwetschge. An diesem Merksatz wird bereits deutlich, wie eng die meisten Pflaumenarten miteinander verwandt sind. Genau wie Zwetschgen stammen auch Renekloden und Mirabellen von der Europäischen Pflaume (Prunus domestica) ab und sind über die Jahrhunderte durch Züchtung und Auslese entstanden. Die Europäische Pflaume selbst soll laut Fachleuten das Ergebnis einer natürlichen Kreuzung aus Schlehe (Prunus spinosa) und Kirschpflaume (Prunus cerasifera) sein.
Unzählige Spielarten der Pflaume
Botanisch sind Zwetschgen, Mirabellen und Renekloden also Unterarten beziehungsweise Kulturformen der Pflaume. Da sie sich untereinander frei kreuzen können, sind unzählige Varianten entstanden, sodass die Grenzen oft fließend sind. Dennoch gibt es charakteristische Unterschiede. So sind die eigentlichen Pflaumen generell rund und oft blauviolett oder dunkelrot, manchmal auch gelb. Neben einer deutlichen Längsnaht besitzen sie ein oft süßes, weiches und saftiges Fruchtfleisch, das sich schwer vom Kern lösen lässt. Dagegen ist die Form der kleineren Zwetschgen länglich oval und meist furchenlos. Die violette Haut ist von einer weißlichen Schutzschicht überzogen, dem sogenannten Duftfilm, der die Früchte vor Flüssigkeitsverlust bewahrt. Das Fruchtfleisch der Zwetschgen ist weniger saftig und schmeckt leicht säuerlich, was sie perfekt zum Kuchenbacken macht. Dabei ist auch praktisch, dass sich die flachen Kerne leicht entfernen lassen. Renekloden sind meist grün und haben einen aromatischen süßen Geschmack. Mirabellen sind kleiner, gelb oder gelb mit roten Sprenkeln und schmecken sehr süß.
Pflaumen ernten
Wann Pflaumen reif zum Pflücken sind, hängt vor allem von der Witterung ab, aber auch von der Sorte. Frühe Sorten wie Herman oder Katinka sind bereits ab Juli reif, die späte Sorte Presenta Ende September bis Oktober. Die klassische Hauszwetschge kann Ende August bis Mitte September geerntet werden. Um den besten Geschmack zu erreichen, sollten Pflaumen möglichst erst gepflückt werden, wenn sie vollreif sind. Gartenfreunde erkennen dies an der charakteristischen Farbe und daran, dass die Früchte bei Druck leicht nachgeben. Außerdem lassen sie sich gut vom Ast lösen. Zwetschgen schmecken am besten, wenn sie am Stielansatz bereits leicht zu schrumpfen beginnen. Da Pflaumen bei direkter Sonneneinstrahlung schneller heranreifen, können reife und unreife Früchte gleichzeitig am Baum hängen. Daher wird am besten über mehrere Wochen hinweg abschnittsweise geerntet. Wer keinen Pflaumenbaum im Garten hat, findet Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen und Renekloden in der Hauptsaison im Supermarkt, im Hofladen oder auf dem Wochenmarkt, oft aus der Region.
Kulinarischer Pflaumengenuss
Pflaumen sind gesund. Vor allem, wenn sie pur gegessen werden. Sie liefern Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ und entzündungshemmend wirken. Daneben eignen sich Pflaumen bestens für verschiedene süße und herzhafte Rezepte. Ein Klassiker ist der Zwetschgenkuchen. Ebenso beliebt: Pflaumenmus. Dafür köcheln die Früchte etwa fünf Stunden zusammen mit Zucker, Wasser, Wein oder Essig sowie mit Gewürzen. Das funktioniert nicht nur im Topf, sondern auch im Ofen. In beiden Fällen zwischendurch immer wieder einmal umrühren, damit nichts anbrennt, und eventuell noch Wasser nachgießen. Wer es lieber herzhaft mag, kann Pflaumen zu einem Chutney verarbeiten, zum Beispiel mit Zwiebeln, Ingwer und Chili. Das passt gut zu Käse oder Fleisch, auf Cracker oder Veggie-Burger. Köstlich sowohl zu herzhaften als auch zu süßen Gerichten wie Puddings, Grießspeisen, Pfannkuchen oder Milchreis ist eine frisch gekochte Pflaumensauce, die zum Schluss passiert und etwas angedickt wird. Wer die Pflaumensaison für sich verlängern möchte, kann die Früchte auch einfrieren oder Kompott daraus machen.