Der Hörnchenkürbis aus den Anden

Gurkenartiges Kürbisgewächs mit eigener Gattung

In Peru wird der Hörnchenkürbis schon seit Jahrhunderten als Gemüse kultiviert. Darauf, dass schon die Urbevölkerung die Pflanzen schätzte, weist ihre Bezeichnung als Inkagurke hin. Zwar gehört sie wie die echten Gurken zu den Kürbisgewächsen, bildet aber eine eigene Gattung. Der Hörnchenkürbis ist gesund und kann problemlos in unseren Breitengraden angebaut werden.

Der Hörnchenkürbis gehört zur Gattung Cyclanthera innerhalb der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und heißt mit lateinischem Namen Cyclanthera pedata. Auf Quechua, der indigenen Sprache der Andenbewohner in Südamerika, heißt das Gemüse Archucha oder Kaywa, woraus sich das spanische caigua oder caihua abgeleitet hat. „Caigua Rellena“ – gefüllte Hörnchenkürbisse – ist ein typisches Rezept der peruanischen Küche.

Beschreibung von Cyclanthera pedata

Bei Cyclanthera pedata handelt es sich um eine einjährige, stark rankende Kletterpflanze. Mit entsprechender Rankhilfe soll sie 4 bis 5 Meter hoch wachsen. Manche Gärtner berichten auch von Wuchshöhen von bis zu 10 Metern. Beim Ranken verzweigt sich die Pflanze stark, weshalb sie sich gut zum Begrünen von Maschendrahtzäunen oder Mauern mit gespannten Bändern eignet. Auch im Topf oder Kübel gedeiht sie gut und bildet einen schnellen Sichtschutz für die Terrasse oder den Balkon.

Die großen, fünffingrigen Blätter der Inkagurke ähneln denen von Hanf. Da die Pflanze gleichzeitig männliche und weibliche Blüten ausbildet, ist sie selbstfruchtbar. Während die weiblichen, grünlich-weißen Einzelblüten eher unscheinbar sind, bilden die männlichen Blüten bis zu 35 Zentimeter lange Trauben. Die ab August ausgereiften Gurkenfrüchte sind etwa 10 Zentimeter lang und länglich bis hörnchenartig gebogen. Häufig haben die Früchte auch Stacheln. Die großen schwarzen Samen sind in ein wattiges Fruchtfleisch eingebettet.

Hörnchenkürbis für den Garten oder Balkon

Wer den Hörnchenkürbis im Garten oder auf dem Balkon kultivieren möchte, kann die Pflanze auf der Fensterbank vorziehen. Dies muss aber anders als bei der Gurke nicht schon früh im Jahr geschehen, sondern gegen Ende April, sodass die schnell wachsenden jungen Pflänzchen nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freiland umgesetzt werden können. Dort mag die Inkagurke einen sonnigen Standort mit nährstoffreichem Boden. Da die Pflanze aus den Anden kommt und auch in Höhen von bis zu 2800 Metern über dem Meeresspiegel wächst, verträgt sie auch Temperaturen, die in Richtung 0 Grad Celsius gehen. Von Anfang an sollte man ein Rankgitter installieren und regelmäßig für Nachschub an Wasser und Nährstoffen sorgen, sodass die Pflanze gut gedeiht und im August eine reiche Ernte bringt.

Ernte und Verwendung der Inkagurke

Die jungen Früchte, die etwa so groß wie Oliven sind, erinnern geschmacklich an Gurken oder Zucchini. Sie können sie roh, zum Beispiel pur oder im Salat, oder gedünstet genießen. Eingelegt entwickeln die Hörnchenkürbisse ein Aroma, das leicht an Artischocken erinnert. Sobald sich die großen, festen Samen in den Früchten gebildet haben, müssen diese vor dem Verzehr entfernt werden. Dann eignen sich die ausgehöhlten Inkagurken optimal, um sie mit anderem Gemüse und Hackfleisch oder Käse sowie mit Reis zu füllen und zu dünsten oder zu schmoren.

Von dieser Zubereitungsform kommt auch der englische Trivialname „stuffed cucumber“. Sowohl die jungen Ranken als auch die Blätter können ebenfalls roh, gedünstet oder gekocht als Gemüse verwendet werden. In Peru wird auch ein Smoothie aus den kleinen Inkagürkchen geschätzt, da diese viele gesundheitsförderliche Stoffe enthalten.

Hörnchenkürbis als Heilmittel

Peruanische Schamanen nutzen den Hörnchenkürbis schon lange als Heilpflanze. Ihr Wirkungen wurden sogar in zahlreichen Studien nachgewiesen. So liefert die Inkagurke sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Phytosterine und Saponine, die antioxidative und immunstärkende Eigenschaften haben und sowohl den Blutdruck als auch den Cholesterinspiegel regulieren können. So werden beispielsweise die getrockneten und gemahlenen Samen in der Volksmedizin der Inka als Tee gegen hohen Blutdruck eingesetzt.

Und neuere klinische Untersuchungen in Peru haben gezeigt, dass sich das gefährliche LDL-Cholesterin durch Kapseln mit getrocknetem Caigua-Saft merklich senken ließ. Andere Studien, in denen der frische Saft zum Einsatz kam, zeigten ähnliche Ergebnisse. Zwar sollte man keine Wunder erwarten, doch kann der Hörnchenkürbis eine schöne Abwechslung auf dem Speiseplan sein und eine optimale Ergänzung im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung.