Bienenvölker vor Winterverlusten schützen

Verbundforschungsprojekt entwickelt "imkerliche Betriebsweise", eine hilfreiche Handreichung für Imker und Bienen

Die drittwichtigsten Nutztiere in der Landwirtschaft hinter Kühen und Schweinen sind die Bienen. Immer wieder machen winterliche Völkerverluste von sich reden. Hauptursachen sind die pilzliche Nosema-Erkrankung, vor allem aber die Varroa-Milbe und ihr Gefolge, die Viren. Eine „imkerliche Betriebsweise“, erarbeitet von Forschern der Universitäten Bochum und Hohenheim sowie des Bieneninstituts Celle soll Imkern helfen, ihre Bienenvölker künftig besser vor Verlusten zu schützen.

Als fleißige Bestäuber von Nahrungspflanzen spielen die Bienen eine wichtige volkswirtschaftliche Rolle. Zwar werden die Pflanzen großer Kulturen wie Getreide, Mais und Reis durch den Wind bestäubt und sind deshalb nicht auf Bienen angewiesen. Aber von etwa 100 Nutzpflanzen für die Nahrungsmittelproduktion brauchen 71 die Insekten für ihre Befruchtung. Deshalb lösen Verluste von Bienenvölkern weltweit Alarmsignale aus. 

Allerdings, so Dr. Otto Boecking vom Institut für Bienenkunde Celle, besteht kein Anlass, daraus eine drohende Nahrungsmittelkrise abzuleiten. Dies habe auch der kürzlich erschienene Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, UNEP, zur Lage der Bienen deutlich gemacht. Auch er sollte aber dazu anregen, Ressourcen schonend zu nutzen und Naturräume zu erhalten.

Pflanzenschutzmittelrückstände im Blütenpollen sind für die Überlebensfähigkeit eines Bienenvolkes nicht maßgeblich, weil sie, so Boecking, durchweg keine direkt bienengiftigen Konzentrationen aufweisen. Ein ernstzunehmendes Problem sind dagegen immer wieder Winterverluste von Bienenvölkern, unter anderem verursacht durch die Varroa-Milbe. Im Winter 2010/2011 fielen die Verluste nach aktuellen Umfragen mit rund elf bis 20 Prozent jedoch geringer aus als in früheren Jahren. 

Die Varroa-Milbe und ihr Gefolge, die Viren

ist der Hauptverursacher der Völkerverluste. Wie das Deutsche Bienenmonitoring (DEBIMO) nach mehrjähriger Erfassung in der Imkerpraxis belegt, ist das Hauptproblem hierzulande der Bienenparasit. In der Praxis wird er nicht konsequent genug bekämpft. 

Um die Imker vor Völkerverlusten zu schützen,

hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, BMELV, ein Verbundforschungsprojekt mit den Universitäten Bochum und Hohenheim sowie dem Bieneninstitut Celle gefördert. Nach dreijähriger Arbeit wurde eine „ imkerliche Betriebsweise“ erarbeitet, die den Imkern helfen soll, ihre Bienenvölker sicher(er) durch den Winter zu bringen.

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