2014 – ein Traumjahr für die Zuckerrübe

Spitzenerträge mit bis zu 22 Tonnen Zucker pro Hektar

Bis Ende Januar 2015 waren fast alle Rüben des Anbaujahres 2014 in den Zuckerfabriken verarbeitet. Der steile Aufwärtstrend der Erträge setzt sich fort: Bis die endgültigen Zahlen vorliegen, werden die Landwirte bundesweit erstmalig voraussichtlich rund 14,5 Tonnen Zucker pro Hektar geerntet haben. In den Anbaujahren 2011 bis 2013 lag das bundesweite Mittel nach Zahlen der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker noch bei 11,5 Tonnen. Der Anstieg hat mehrere Gründe.  

Mit dem vorläufigen Ergebnis sind Traum-Erträge wahr geworden. Noch vor wenigen Jahren hätte man solche Werte für unmöglich gehalten. Lagen die Durchschnittserträge doch Anfang der 1990er-Jahre bei acht und zu Beginn des neuen Jahrtausends bei zehn Tonnen Zucker pro Hektar. Jetzt wuchsen nach Angaben des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes Zuckerrübe bis zu 22,1 Tonnen oder umgerechnet 2,2 Kilogramm pro Quadratmeter auf einzelnen Äckern in der Nähe der Zuckerfabriken Uelzen in Niedersachen und Appeldorn in Nordrhein-Westfalen.

Der Erfolg hat viele Väter

Der Witterungsverlauf 2014 war nahezu optimal für die süße Wurzel. Ein trockener Februar ermöglichte eine frühe Saat bereits im März. Die Rüben keimten überwiegend gleichmäßig und konnten schon früh eine ausreichend große Blattfläche entwickeln, um die Sonneneinstrahlung für eine optimale Zuckerproduktion zu nutzen. Während des feuchten Sommers wuchsen die Pflanzen gleichmäßig weiter und ließen schon bei den Proberodungen im August und September auf Rekorderträge hoffen. Die regelmäßigen Niederschläge hatten einen weiteren positiven Effekt: Die Unkrautbekämpfungsmittel, die auf Bodenfeuchtigkeit angewiesen sind, haben die Konkurrenz sehr effizient ausgeschaltet. Die Kehrseite der Witterung: Regional traten verstärkt pilzliche Blattkrankheiten auf. Die Landwirte haben diese jedoch mit einem gezielten Fungizideinsatz größtenteils in den Griff bekommen.

Züchtungsfortschritte

Die Zuckerrübenerträge 2014 wurden aber auch dank neuer Sorten mit einem höheren Leistungspotenzial erzielt. Für die jüngsten Ertragssprünge sind Neuzüchtungen mitverantwortlich, die tolerant gegenüber den weitverbreiteten Rübennematoden und der Rizomania-Viruskrankheit sind.

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