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Haus & Garten
04.09.2015

Pflanzenschutztipps im Spätsommer

Schneeballblattkäfer beim Reifungsfraß. Foto: Klaus Margraf

Worauf ist im Garten zu achten?

Die Gartensaison hat ihren Höhepunkt überschritten, und wir stellen uns auf die Herbsternten bei Obst und Gemüse ein. Für Schädlinge und Krankheiten ist die Saison aber noch nicht vorbei, deshalb müssen wir sie weiterhin aufmerksam beobachten. Auch ungünstige Witterungsbedingungen können die Qualität der Ernte noch nachhaltig beeinträchtigen.

Geplatzte Steine bei Pfirsichen

Das Aufplatzen der Früchte und Steine von Pfirsichen während des Reifeprozesses, meist kurz vor der Ernte, ist besonders bei frühen Sorten eine Eigentümlichkeit. Dabei scheinen besonders Bäume betroffen zu sein, die auf leichten Böden stehen und unter unregelmäßiger Wasserversorgung sowie unter Nährstoffmangel zu leiden haben. Auch bei einem extremen Witterungswechsel kommt das Aufplatzen häufiger vor. Die genauen Umstände, die solche Schäden auslösen, sind allerdings noch nicht endgültig geklärt.

Vorbeugend sollten Sie die Bäume während der Fruchtentwicklung regelmäßig mit Wasser versorgen. Auch durch ein Mulchen der Baumscheibe mit halbreifem Kompost ab Ende Mai und sachgerechten Schnittmaßnahmen beugen Sie dem Aufplatzen vor.

Weiße Fliegen schädigen Kohlarten

In den letzten Jahren sind vor allem im Spätsommer immer häufiger an den Blattunterseiten von Kohlgewächsen zahlreiche 1,5 bis zwei mm große Kohlmottenschildläuse (Weiße Fliegen), ihre Larven und Eier zu finden. Die erwachsenen Tiere fliegen bei Erschütterung der Pflanzen in Schwärmen auf. Beim Saugen des Pflanzensaftes scheiden die Weißen Fliegen größere Mengen Honigtau aus. Das ist wiederum die Nahrungsgrundlage für Schwärzepilze, die sich darauf ansiedeln und stark vermehren. Der Honigtau und die Schwärzepilze mindern die Qualität der Ernteprodukte erheblich. Von dem Schädling werden vorzugsweise Rosenkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Wirsingkohl und Grünkohl befallen.

Die Weißen Fliegen legen ihre bis zu 100 Eier an den Unterseiten junger Blätter der Wirtspflanzen kreisförmig ab. Die ovalen, gelblichen Larven sind nur kurze Zeit beweglich und setzen sich wie Schildläuse fest. In warmen Gebieten können während des Sommers 3 bis 5 Generationen entstehen. Die Tiere überwintern im Freiland an Kohlarten, Endivien, Erdbeeren oder anderen Pflanzen.

Durch eine regelmäßige Bestandskontrolle können Sie bereits einen Anfangsbefall feststellen und diesen mit Neem-, Thiacloprid- und Rapsöl-Präparaten verschiedener Hersteller bekämpfen. Wichtig ist es dabei, vor allem die Blattunterseiten zu behandeln.

Gummitropfen auf Pflaumenfrüchten

Die Gummitropfen, auch Gummitränen genannt, entstehen durch Verletzungen der Fruchtschale, beispielsweise nach Schädlingsbefall durch Blattläuse oder Pflaumenwickler, aber auch durch Infektionen der Schrotschusskrankheit oder durch Hagelschlag. Auslöser für diese nichtparasitären Schäden können aber auch physiologische Ursachen wie Störungen des Saftstroms sein. Sie entstehen vor allen Dingen bei verdichteten und nassen Böden, Überdüngung mit Stickstoff sowie starkem Rückschnitt mit nachfolgend nassem Sommer. Durch den gestörten Zellstoffwechsel entstehen im jungen Gewebe Gummitropfen, die nach außen treten. Gelegentlich sind auch größere Teile des Fruchtfleisches gummiartig verändert. Die Gummitränen werden bereits während des Fruchtwachstums ausgebildet, sind aber meist erst an der reifen Frucht so richtig auffällig.

Der Kohlweißling ist wieder da

Noch bis Ende August fliegt die zweite Generation des Kohlweißlings. Der Schädling bevorzugt sonnige, möglichst windstille Lagen und Kleinflächen Die anfangs grünlichen, sich bald leuchtend gelb verfärbenden Eier werden häufchenweise an den Blattunterseiten abgelegt. Die bis zu fünf cm lang werdenden Raupen sind anfangs hell-, später graugrün bis graugelb gefärbt und mit gelben Längsstreifen und schwarzen Flecken versehen. Nach einem anfänglichen Lochfraß kann es bis zum Kahlfraß an den Kohlpflanzen kommen. Das regelmäßige Beobachten der Kohlbestände auf das Vorhandensein von Eiablagen oder frisch geschlüpften Raupen ist außerordentlich wichtig, da die Raupen nur dann wirksam bekämpft werden können, wenn sie jung sind und noch an den äußeren Blättern fressen. Auf kleinen Flächen kann man auch die Eiablagen oder Jungraupen von den Blättern absammeln. Ansonsten können zugelassene Insektizide eingesetzt werden. Diese wirken auch umso besser, je jünger die Raupen sind. Nicht selten werden die Raupen vornehmlich ab der zweiten Generation von der Brackwespe Apanteles glomeratus parasitiert.

Schneeballblattkäfer sind geschlüpft

Nachdem im Frühjahr die Larven des Schneeballblattkäfers das Laub verschiedener Schneeballarten bis auf die Blattrippen völlig weggefressen hatten, ist ab August mit den vier bis sechs mm großen länglich-ovalen gelbbraun gefärbten Käfern zu rechnen. Sie setzen den Schadfraß an den Blättern fort und legen die Eier im September/Oktober zumeist in die Triebspitzen. Dazu nagt der Käfer Löcher in die Triebe, die übereinander angeordnet sind. Je Loch werden mehrere Eier abgelegt und diese Stellen dann mit einer klebrigen Masse und Nagespänen bedeckt. Nachdem die Eier überwintert haben schlüpfen etwa im Mai die Larven. Im Herbst kann man die mit Eiern besetzten Triebspitzen zurückschneiden und vernichten.

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