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Haus & Garten
15.04.2022

Mahonien – exotische Schönheiten

Mahonien zieren ihre leuchtend gelben Blüten, hier Mahonia aquifolium 'Blackfoot'. Foto: Björn Ehsen

Zierde auch im Winter

Mahonien sind noch zu wenig bekannt und sollten einen wichtigeren Platz im Garten bekommen.

Mahonien (Mahonia) sind wunderschöne, immergrüne Gehölze, deren 60 bis 70 Arten aus Nord-, Mittel- und Südamerika sowie Ostasien stammen, sich zum Teil aber auch in unserem Klima recht wohl fühlen. Benannt wurden sie nach dem US-amerikanischen, aus Irland stammenden Botaniker Bernard M'Mahon. Mahonien sind verwandt mit den Berberitzen (Berberis), haben aber keine Dornen an den Zweigen, sondern dornig gezähnte Blattränder, ähnlich wie Stechpalmen (Ilex aquifolium). Die gelben, oft duftenden Blüten werden gern von Bienen besucht und die hellblau bereiften, schwarzen Beeren von Vögeln gefressen. Ihre Blätter mit dem dornigen Rand erinnern zwar etwas an Stechpalmen, sind aber im Gegensatz zu diesen gefiedert, es sitzen also mehrere Blättchen an einer Mittelrippe. Außerdem sind die Blattränder nicht so gewellt wie bei den meisten Stechpalmen, die im Übrigen weiß blühen und überwiegend rote Früchte bilden. Gelegentlich treten an Mahonia aquifolium Rost und Echter Mehltau auf, aber die anderen Arten und Sorten scheinen davon nicht oder kaum betroffen zu sein. Ansonsten können Krankheiten oder Schädlinge den Mahonien wenig anhaben.

Mahonien für Flächenpflanzung

Besonders robust ist die Gewöhnliche Mahonie Mahonia aquifolium, ein vieltriebiger Kleinstrauch aus Nordamerika, der etwa 1 Meter hoch wächst. Die gefiederten Blätter sind dunkelgrün, können aber auch einen violetten oder rötlichen Ton annehmen. Besonders der Austrieb ist oft sehr dekorativ und kupferfarben. Die Pflanzen blühen im April und Mai in aufrechten, goldgelben Trauben. Im Herbst reifen ihre Früchte, die essbar sind, sich aber nicht zum Frischverzehr eignen, sondern eher zur Verarbeitung. Sie enthalten kleine Mengen an Berberin und anderen giftigen Alkaloiden, sodass der Frischverzehr in großen Mengen zu leichten Vergiftungserscheinungen führen kann und daher nicht empfehlenswert ist. In den übrigen Pflanzenteilen sind die Gehalte an Alkaloiden deutlich höher als in den Beeren, daher gelten sie als giftig und wurden von den indigenen Amerikanern zu medizinischen Zwecken verwendet.

Mahonien lieben den Halbschatten, bei ausreichend Wasser entwickeln sie sich allerdings auch gut in der Sonne. Sie vertragen den Wurzeldruck von Bäumen recht gut und eignen sich daher gut als Unterpflanzung. Fröste verträgt diese Art recht gut, nur bei extremer Käte kann das Laub etwas leiden. Sie sind sehr schnittverträglich und werden daher gern für Flächenbepflanzungen oder Straßenbegleitgrün verwendet. Sorten wie 'Apollo' oder die kompaktere 'Blackfoot' bilden besonders große Blütenstände und besitzen daher einen etwas höheren Zierwert als die Art.

Schmuckblatt-Mahonien

Deutlich attraktiver, aber leider auch frostempfindlicher als Mahonia aquifolium ist die verwandte Schmuckblatt-Mahonie Mahonia bealei. Sie wird höher (bis 2 Meter), ist weniger verzweigt und hat größere Blätter und Blütenstände. Eine Auffälligkeit ist, dass sie schon ab Ende Februar bis Ende April blühen kann, je nach Witterung. Außerdem verbreiten ihre Blüten einen intensiven Duft. Sie bildet daher eine exotische Schönheit für Einzelstellung an kältegeschützten Orten. Ihr ähnelt Mahonia x media 'Winter Sun', eine Hybride aus Mahonia japonica und Mahonia lomarifolia. Sie hat noch größere Blütenstände und kann, je nach Witterung, schon im Januar blühen. Dafür ist sie aber noch etwas frostempfindlicher als Mahonia bealei.

Mahonien mit palmenähnlichen Blättern

Relativ neu auf dem Markt sind die beiden Mahonia eurobracteata-Sorten 'Sweet Winter' sowie 'Soft Caress', die sich steigender Beliebtheit erfreuen. Sie blühen anderes als die übrigen bei uns verwendeten Garten-Mahonien je nach Witterung und Sorte von Oktober bis Dezember, manchmal auch schon ab August. Ihr besonderer Zierwert liegt aber nicht in den gelben Blüten, sondern in ihren auffälligen, an Palmen erinnernden Blättern, deren Fiederblättchen ungewöhnlich schmal und lang sowie weich und stachellos sind. Aus den gelben Blüten entwickeln sich dann über den Winter die für Mahonien typischen Beerenfrüchte.

Sie können im Garten in Einzelstellung ausgepflanzt werden, eignen sich aber auch besonders gut als palmenähnliche Kübelpflanzen für die Terrasse. Ihre Frosthärte ist allerdings noch geringer als die von Mahonia bealei oder Mahonia 'Winter Sun', sodass sie kältegeschützte Standorte bevorzugt. Im Kübel sind die Wurzeln besonders gefährdet; sie müssen zum Beispiel durch Einsenken in den Boden oder mit isolierendem Schutzmaterial wie Vlies oder Juteleinen vor Kälte geschützt werden. Von den Anbietern wird eine Wuchshöhe von bis zu 1 Meter angegeben, es sind aber deutlich höhere Exemplare bekannt, sodass die Wuchshöhe eher zwischen 1 und 2 Metern liegen dürfte. Durch Schnitt kann sie allerdings wie die übrigen Mahonien klein gehalten werden.

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