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Haus & Garten
12.04.2012

Gesunde Pflanzen in Haus und Garten

Gartentipps im April. Foto: istock

Was ist im April zu beachten?

Nicht nur Pflanzen, auch Schaderreger und Krankheiten und natürlich auch Nützlinge haben ihre Saison. Hier ein paar typische April-Phänomene: Johannisbeerblasenläuse treten in Erscheinung, Schorf infiziert Obstbäume, Käfer zerkauen das Spargellaub, am Steinobst welken die Triebspitzen und die Marienkäfer haben ausgeschlafen.

Verbeulte Johannisbeerblätter kontrollieren und bei Bedarf behandeln

An der Blattoberseite von Johannisbeerlaub entstehen im Frühjahr blasenartige, meist rötliche, manchmal hellgelbliche Aufwölbungen. In den „Blatthöhlungen“ an der Unterseite sitzen einzelne zwei bis drei Millimeter große, grün-gelbliche bis orangefarbene Johannisbeerblasenläuse. Die Schäden treten vor allem an Roter, seltener an Schwarzer Johannisbeere auf. Bei starkem Befall können die Blätter absterben, und die Triebentwicklung wird beeinträchtigt. Die Läuse schädigen die Johannisbeersträucher nur im zeitigen Frühjahr. Im Frühsommer entstehen geflügelte Formen der Blattläuse, die dann auf Ziest (Stachys) als Sommerwirt wandern. Von dort kommen sie im Herbst wieder zu den Johannisbeeren zurück, um ihre Wintereier abzulegen.

Weil die Läuse sehr zeitig auftreten, ist es ratsam, die Sträucher vom Austrieb an regelmäßig zu kontrollieren. Schützenswerte Nützlinge wie Schlupfwespen oder Marienkäfer können zum Einsatz kommen. Je nach Befall können jedoch Behandlungen mit Insektiziden, die gegen saugende Insekten an Johannisbeeren zugelassen sind, nötig werden.

Jetzt ist schon mit Schorf zu rechnen 

Kaum sind die Knospen der Obstbäume aufgebrochen, ist schon mit den ersten Schorfinfektionenzu rechnen. Der Schorfpilz überwintert vorwiegend am Falllaub als Fruchtkörper (Pseudothecien), in deren Innern sich auf geschlechtlichem Wege Sporenschläuche mit jeweils acht Ascosporen entwickeln. Im März beginnen diese auszureifen. Von dort gehen bis zum Juni die meisten Neuinfektionen (Primärinfektionen) aus, indem die Ascosporen ausgeschleudert werden und durch Wind und Regen auf die empfindlichen Pflanzenorgane gelangen. Jetzt ist die letzte Gelegenheit, diese Infektionsquellen im eigenen Garten zu beseitigen. Es ist empfehlenswert, das Falllaub von Äpfeln und Birnen aus dem Vorjahr zusammenzuharken und unterzugraben oder abgedeckt zu kompostieren. Dadurch können die Wintersporen, die sich am Falllaub gebildet haben, nicht ausgeschleudert werden. Sekundärinfektionen können im Mai und Juni auftreten. Da sich die Schorfbekämpfung etwas kompliziert darstellt, ist es sinnvoll, sich beim amtlichen Pflanzenschutzdienst beraten zu lassen. Die Berater kennen sich mit Strategien und Auswahl der zahlreichen zugelassenen Präparate aus und wissen, welche für die örtlichen Verhältnisse am besten geeignet sind.

Spargelhähnchen und Spargelkäfer werden aktiv

Ab etwa Mitte April krabbeln die Spargelhähnchen (Crioceris asparagi) meist in großer Zahl aus ihren Winterverstecken. Sie sind fünf bis sieben Millimeter groß und recht farbenfroh: Die blaugrünen Flügel tragen hellgelbe Punkte. Der Halsschild ist rötlichbraun, der Kopf dunkelmetallglänzend. Die Käfer fressen an den gerade austreibenden Pflanzen der ein- und zweijährigen Spargel-Anlagen. Der kräftige Reifungsfraß der Käfer lässt die Triebe regelrecht zerkaut aussehen und überwiegend eingehen. Nur wenn die Pflanze in der Lage ist, aus schlafenden Augen im Wurzelstock wieder auszutreiben kann sie überleben. Etwas später erwacht der Zwölfgepunktete Spargelkäfer (Crioceris duodecimpunctata). Der ebenfalls fünf bis sieben Millimeter große, leuchtend gelbrote Käfer hat zwölf schwarze Punkte auf beiden Flügeldecken. Er tritt nicht so häufig auf wie das Spargelhähnchen, und sein Reifungsfraß ist weniger schädlich. Für den Haus- und Kleingartenbereich gibt es keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel. Auf kleinen Anlagen kann man die Käfer absammeln oder in mit Flüssigkeit gefüllte oder mit Leimtafeln ausgelegte Gefäße abschütteln – möglichst bevor sie Eier abgelegt haben. Die sechs bis sieben Millimeter großen raupenähnlichen Larven, die bereits am Spargelkraut fressen, können zerdrückt werden.

Auf die Monilia-Spitzendürre achten

Wenn während der Kirschblüte feuchtkühle Witterung herrscht, ist damit zu rechnen, dass die Monilia-Spitzendürre verstärkt auftritt. Sie befällt Sauerkirschen, insbesondere der Sorte „Schattenmorelle“, Süßkirschen, Aprikosen und zahlreiche Ziergehölze aus der Gattung Prunus. Kurz vor und während der Blüte infiziert die Pilzkrankheit zunächst die Blütenorgane. Von hier kann der Erreger dann in die Triebe eindringen. Befallene Blüten und Blätter welken und verbräunen innerhalb weniger Tage. Sie fangen von der Spitze her an abzusterben, sehen wie verdorrt aus (Spitzendürre) und fallen nicht ab, sondern bleiben als braun verfärbte Büschel am Trieb hängen. Die Bekämpfung besteht in erster Linie im Herausschneiden der befallenen Triebe bis 20 Zentimeter tief ins gesunde Holz. Wo in den vergangenen Jahren verstärkt Monilia-Spitzendürre aufgetreten ist, kann eine Bekämpfung mit zugelassenen Präparaten sinnvoll sein. Dies gilt insbesondere bei nasskalten Witterungsverhältnissen während der Blüte.

Marienkäfer haben ausgeschlafen

Die Marienkäfer, so auch der bis zu acht Millimeter große Siebenpunkt, überwintern als erwachsene Käfer an geschützten Stellen, wie in der Bodenstreu, unter Laub von Bäumen und Sträuchern oder in Grasbüscheln. Bei Temperaturen um zehn Grad Celsius wird er munter, sitzt auf der Bodenschicht und „tankt Sonne“. Flugaktiv werden die Tiere aber erst bei Temperaturen über 15 Grad und wirklich aktiv bei etwa 25 Grad. Die ersten Blattläuse des Frühjahrs kommen den Käfern gerade recht für ihren Reifungsfraß. Ein Siebenpunktmarienkäfer vertilgt als Larve bis zu 800 Blattläuse, also 30 pro Tag, und als Käfer insgesamt 4 000, das sind 150 pro Tag.

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