Gentechnik – Deutschland ist jetzt außen vor

27.05.2013 Forschung & Technik

Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen eingestellt – andere Länder reagieren anders

In Deutschland und vielen anderen EU-Staaten sind die Versuche mit gv-Pflanzen in die Labore oder in die Gewächshäuser verbannt worden. Wie der Transgen Newsletter vom 9. April 2013 berichtet, verspricht man sich jedoch außerhalb der europäischen Grenzen einiges von gentechnisch veränderten Pflanzen. Dort hofft man, mit neuen Pflanzenmerkmalen zum Teil lange bestehende Probleme lösen zu können.

In Deutschland ist Forschung an gentechnisch veränderten Pflanzen nur noch im Labor und im Gewächshaus möglich. Freilandversuche wird es 2013 aller Voraussicht nach nicht mehr geben. Zu teuer und  zeitaufwändig sind die Genehmigungsverfahren. Hinzu kommt die fehlende Akzeptanz in der Öffentlichkeit bis hin zur Zerstörung wertvoller Versuchsfelder durch Gentechnikgegner.

Öffentliche Forschungseinrichtungen und Unternehmen haben deshalb ihre Freisetzungsaktivitäten massiv heruntergefahren. In ganz Europa wird es 2013 nur noch 25 neue Freilandversuche mit gv-Pflanzen geben. Das ist nur noch ein Viertel verglichen mit der Zahl der Versuche im Jahr 2009. 

Einzelne europäische Universitäten und Forschungseinrichtungen in Schweden, Finnland, Belgien und Frankreich planen 2013 verschiedene Freilandversuche. Auch in den Niederlanden werden Versuchsreihen fortgesetzt. Getestet werden dort Phytophthora resistente Kartoffeln. 

Außerhalb Europas bewegt sich die Zahl der Freilandversuche mit gv-Pflanzen dagegen auf einem konstanten Niveau. Man verspricht sich interessante Fortschritte bei der Bekämpfung von Schädlingen oder bei der Verbesserung von Pflanzenmerkmalen wie Trocken- und Kältetoleranz, Pilzresistenzen oder verbesserter Wasser- und Stickstoffverwertung. In den USA werden gv-Eukalyptusbäume für die Biomasseproduktion oder Phythophthora resistente Kartoffeln getestet. In Australien stehen Gerste- und Weizensorten mit einer veränderten Stärkezusammensetzung in Versuchen. Der Verzehr dieses Getreides soll gesundheitsfördernd sein. 

Große Hoffnungen setzt auch Afrika in die Gentechnik. Im Vordergrund stehen heimische Nahrungspflanzen, die von Kleinbauern angebaut werden: Banane, Cassava (Maniok), Kuhbohne, Mais, Sorghumhirse, Süßkartoffeln und Reis. Pflanzen mit höheren Gehalten an lebenswichtigen Mikronährstoffen wie Vitamin A und Eisen sollen zukünftig helfen, den Hunger zu stillen oder ernährungsbedingte Mangelerscheinungen auszugleichen. Daneben wird an Insekten- und Krankheitsresistenzen gearbeitet, auch ist man auf der Suche nach Pflanzen, die widerstandsfähiger sind gegenüber Hitze, Dürre oder Kälte.

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