Fadenwurm und Pilz schädigen Sojabohne

07.08.2014 Forschung & Technik

Gefürchtetes Soja-Schädlingsduo

In den USA tritt seit Jahren die gefürchtete Krankheit „Sudden-Death-Syndrom“ (Plötzlicher Tod-Syndrom) an Sojabohnen auf, bei der ein Nematode und ein Pilz gemeinsam ihre Vernichtungskraft entfalten und die Sojapflanze zum Absterben bringen. Der Wissenschaftler Andreas Westphal vom Julius Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig konnte zusammen mit australischen, chinesischen und amerikanischen Kollegen zeigen, dass der Pilz Fusarium virguliforme und der Fadenwurm Heterodera glycines eine unheilvolle Allianz eingehen.

„Mit Hilfe der Daten konnten wir ein Modell entwickeln, das die Rolle des Pilzes und des Nematoden quantitativ darstellt“, berichtet Dr. Westphal vom JKI. Die Forscher konnten einen klaren Zusammenhang zwischen der Stärke der Krankheitsausprägung und der Befallsstärke von Pilz und Nematode in der Ausgangserde feststellen. Auch Krankheitsstärke und Ertrag hängen zusammen. Sind die Konzentrationen von Nematoden und Pilz bekannt, lässt sich das Ausbruchsrisiko und die Krankheitsintensität voraussagen.

Die sogenannten Mikroplot-Experimente fanden in Indiana statt. Die Wissenschaftler legten in senkrecht eingegrabenen Röhren runde Beete von 45 Zentimetern Durchmesser an und brachten einzeln und in verschiedenen Kombinationen Pilz und Nematoden ein. In zeitlichen Abständen bestimmten sie die Krankheitsausprägung an den Sojabohnenpflanzen. Wie viele Pilze zur Aussaat in der Erde beziehungsweise in krankem Pflanzenmaterial zu finden waren, prüften die Forscher mit einem molekularen Verfahren (rtPCR) und mit einem neuen hochspezifischen Erkennungsset (Primer).

Das Forschungsvorhaben trug zu einem tieferen Verständnis dieser wirtschaftlich verheerenden Sojabohnenkrankheit bei, indem wichtige Erkennungs- und Quantifizierungsmethoden entwickelt wurden. Es bleibt aber noch viel zu entdecken: Pflanzenschutzlösungen fehlen bisher. Ein Fruchtwechsel mit Mais bremst das Erreger-Duo nicht. Immerhin schreitet die Resistenzzüchtung voran.

Sojaanbau läuft auch in Deutschland langsam an

Deutschland ist kein besonders geeigneter Sojastandort. Andere Kulturen gedeihen hier mit weniger Aufwand besser. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) will trotzdem mit seiner Eiweißstrategie den Anbau und die Verarbeitung von heimischen Eiweißpflanzen fördern. Das Modell- und Demonstrationsvorhaben „Sojabohne und Lupine“ macht dabei den Anfang, das Vorhaben zu Ackerbohne und Erbse folgt 2015. Inzwischen wächst das Interesse am Anbau von Sojabohnen. Waren es zunächst jahrelang nur etwa 1 000 Hektar, so steigt der Sojaanbau seit 2009 kontinuierlich an. 2013 ist die Sojaanbaufläche in Deutschland bis auf 6 500 Hektar gewachsen, davon wurden 4 000 Hektar in Bayern und 2 000 Hektar in Baden-Württemberg. Auch in Unterfranken und im Rheintal nimmt der Sojaanbau derzeit schnell zu. Nach Norden finden die Sojabohnen hingegen nur langsam ihren Weg.

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