Biostimulanzien – für eine erhöhte Widerstandsfähigkeit, verbesserte Qualität und abgesicherte Erträge von Kulturpflanzen

2017 wurde der Fachbereich Biostimulanzien im Industrieverband Agrar e. V. (IVA) eingerichtet, neben den Fachbereichen Pflanzenschutz und Pflanzenernährung als dritter Fachbereich. Der Fachbereich Biostimulanzien verzeichnet seitdem eine wachsende Mitgliedschaft und vertritt akutell die Interessen von 19 Unternehmen (Stand: April 2021). Darunter befinden sich sowohl Unternehmen, die bereits in den anderen IVA-Fachbereichen mitwirken, als auch neue Mitglieder. Neben der politischen Arbeit, der Normungsarbeit auf nationaler und internationaler Ebene (DIN/CEN) und der engen Zusammenarbeit mit dem Europäischen Verband für Biostimulanzien EBIC (European Biostimulants Industry Council) steht auch die Öffentlichkeitsarbeit im Fokus des Fachbereichs, gilt es doch, den neuen Begriff Biostimulanzien in den Köpfen der Landwirte und anderer Stakeholder zu verankern. Dazu informiert der IVA auf verschiedenen landwirtschaftlichen Veranstaltungen und Messen wie dem jährlich stattfindenden Symposium Biostimulanzien, den DLG-Feldtagen oder der Internationalen Grünen Woche über die Potenziale und die Möglichkeiten von Biostimulanzien in der Landwirtschaft.

Der IVA hat einen Info-Flyer erstellt, der >> hier bestellt und heruntergeladen werden kann.

Was sind Biostimulanzien und wie werden sie reguliert?

Die innovative Produktgruppe der Biostimulanzien ist der Oberbegriff für eine neue und ergänzende Klasse von Betriebsmitteln, die weder Pflanzenschutz - noch Düngemittel sind und rechtlich unter die Düngeprodukte-Verordnung (EU) 2019/1009 fallen, womit sie ausdrücklich vom Anwendungsbereich der Pflanzenschutz-Verordnung (EG) 1107/2009 ausgenommen sind. Die EU-Düngeprodukte-Verordnung ersetzt mit Wirkung zum 16. Juli 2022 die aktuell noch geltende Düngemittelverordnung (EG) 2003/2003, wodurch der Markt für Düngeprodukte auf europäischer Ebene stärker als bisher harmonisiert werden soll. Bisher ist der Einsatz und die Zulassung von Pflanzen-Biostimulanzien in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten uneinheitlich geregelt und der Warenaustausch im Rahmen der gegenseitigen Anerkennung unbefriedigend. Die abweichenden Regelwerke der Mitgliedsstaaten verzerren den Wettbewerb und behindern Innovationen sowie die Entwicklung und Markteinführung neuer Produkte. 

Im Gegensatz zur direkten Wirkung von Düngemitteln als Nährstofflieferanten und Pflanzenschutzmitteln als aktiver Schutz gegen Schadorganismen wirken Biostimulanzien durch ihre stimulierende Wirkung indirekt auf die biologischen und chemischen Komponenten in der Pflanze und im Boden. Dadurch verbessern sie die Widerstandsfähigkeit (besonders gegen abiotischen Stress wie Trockenheit, Hitze oder Frost) und Qualität der Kulturpflanzen, stärken die Bodenfruchtbarkeit und sichern damit Erträge ab. 

Das Substanzspektrum der Biostimulanzien besteht aus diversen Verbindungen und Stoffen (zum Beispiel Aminosäuren , Humin- und Fulvosäuren, naturchemische Verbindungen und Pflanzen- und Seetang-Extrakte) sowie Mikroorganismen.

Biostimulanzien bilden somit einen neuen Baustein im integrierten Pflanzenbau, um angesichts des Klimawandels und der nur begrenzt verfügbaren landwirtschaftlichen Nutzflächen eine nachhaltige Lebensmittelproduktion sicherzustellen.