Zikade wirbt um Sympathie für Insekten

Der Träger des Alternativen Nobelpreises von 1997, Professor Michael Succow, hat die Gemeine Blutzikade zum Insekt 2009 proklamiert

Weltweit sind viele Zikaden als Pflanzenschädlinge und Überträger krankheitserregender Viren in der Landwirtschaft gefürchtet. Tropenreisende kennen das ohrenbetäubende Zirpen. Von einer nordamerikanische Art weiß man seit kurzem, dass sie ihre Larven von Ameisen bewachen lässt, damit sie nicht das Opfer von Marienkäfern werden. Hierzulande schützt die Gemeine Blutzikade mit der so genannten „Kuckucksspucke“ ihre Larven vor Feinden und Austrocknung. Diese schwarze Zikade mit ihrem auffallend roten Muster auf den Flügeln rückt nun als Insekt des Jahres 2009 ins Rampenlicht.

Erstmals fällt damit einer Zikade die Rolle zu, mit ihrer schönen Färbung im gesamten deutschsprachigen Raum um Sympathien für alle Insekten zu werben. Die Blutzikade Cercopsis vulnerata ist eine gute Springerin, was sie mit weiteren etwa 2 500 Schaumzikadenarten gemein hat. Ihre Warnfärbung soll Giftigkeit vortäuschen. Bei Gefahr scheidet sie aus den Fußspitzen eine offenbar ungiftige, aber übelriechende Flüssigkeit aus, so dass Räuber von ihr ablassen. Ihr Gesang ist für menschliche Ohren nicht wahrnehmbar.

Die Larven der Blutzikaden leben unterirdisch. Die Wurzeln der Pflanzen, die in trockenen Magerrasen, Weiden, Waldlichtungen oder unter Weg- und Grabenrändern vorkommen, sind ihre Nahrung. Auch in Gärten kommen sie vor, aber kaum auf Mähwiesen. Die Larven überwintern im Boden in zehn bis 15 Zentimeter Tiefe. Die rotschwarzen erwachsenen Zikaden sind Anfang Mai bis Juli recht häufig zu beobachten.