Verbraucherschutz transparent gemacht

Neue BVL-Broschüre zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Halb Deutschland besteht aus landwirtschaftlicher Fläche. Zwölf der 17 Millionen Hektar sind Anbaufläche, und „der Befall von Kulturpflanzen mit Schadorganismen ist der Normalzustand“. Deshalb behandelt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Frage, ob „mit Pflanzenschutzmitteln behandelte Lebensmittel wirklich sicher“ sind. Die neue Broschüre „Pflanzenschutzmittel – sorgfältig geprüft, verantwortungsbewusst zugelassen“ informiert Verbraucher wie Anwender über die gesetzlichen Grundlagen zu Zulassung, Anwendung und Kontrolle von Pflanzenschutzmitteln für Deutschland und die Europäische Union (EU).

Vertrauen durch Überprüfbarkeit

Zugelassen wird ein Pflanzenschutzmittel in Deutschland nur, wenn es nachweislich „hinreichend wirksam ist“ und keine nachteiligen Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt hat. Die Broschüre erläutert detailliert die gesetzlichen Bestimmungen sowie – wichtig für die kritische Öffentlichkeit – die Kontroll- und Bewertungsmechanismen einschließlich der Analyseverfahren. Allein das Kapitel „Prüfung und Bewertung“ beansprucht mehr als ein Drittel der neunzig Seiten. Seit dem ersten September 2008 existieren einheitliche Zulassungsregeln in der EU.

Die Behörden sind berechtigt, vom Antragsteller ein Höchstmaß an Transparenz zu fordern. Sie dürfen genaueste Informationen bis hin zur Rezeptur eines Pflanzenschutzmittels verlangen.

Chemischer Pflanzenschutz nicht wegzudenken

Der Leser erfährt, dass der „integrierte Pflanzenschutz das Leitbild des praktischen Pflanzenschutzes ist“. Der chemische Pflanzenschutz hat darin seinen Platz neben einem ganzen Baukasten von biologischen, mechanischen und Kultur-Maßnahmen. Das BVL kommt zu der Bewertung, dass chemischer Pflanzenschutz als Produktionsfaktor aus dem Pflanzenbau „nicht wegzudenken“ ist, vor allem, wenn es gilt, die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung zu sichern.

Gleichzeitig wirbt die Broschüre um eine realistische Risikoeinschätzung seitens des Verbrauchers. Auch kritische Themen wie die Entwicklung der Nanotechnologie oder die Frage des „kumulativen Risikos“ sind ein Thema. Form und Inhalt der Broschüre spiegeln den Diskurs mit der kritischen Öffentlichkeit: Die Informationen sind überprüfbar. Viele Webseitenverweise erleichtern den vertiefenden Blick auf Daten und Fakten.

Broschüre "Pflanzenschutzmittel – sorgfältig geprüft, verantwortungsbewusst zugelassen"
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