Schädlinge und Krankheiten sind Nutznießer des Klimawandels

Wer Wärme liebt und Durst verkraftet, setzt sich durch.

Schon jetzt zeigt sich, dass wärmeliebende Insekten und Krankheitserreger von der Erwärmung des Klimas profitieren. Die Rußrindenkrankheit an Bäumen breitet sich immer weiter nach Norden und Osten aus. Mit Sorge beobachten Forstexperten den pilzlichen Erreger, denn seine Sporen können bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen.

Auch Maiszünsler und Maiswurzelbohrer erobern immer weitere Gebiete. Kartoffelkäfer, Blattläuse und die Getreideschädlinge Fritfliege und Brachfliege vermehren sich bei Wärme besonders stark. Wissenschaftler rechnen auch bei den pilzlichen Schaderregern mit Gewinnern und Verlierern. Rost und einige Blattkrankheiten bei Getreide und Zuckerrüben dürften zunehmen, andere wie Septoria tritici ( Blattdürre des Weizens), Rynchosporium secalis (Blattfleckenkrankheit) und Phytophthora infestans (Kraut- und Knollenfäule) dagegen an Bedeutung verlieren.

Bei Unkraut gibt es keine Entwarnung, denn 93 Prozent stammen aus dem mediterranen und südost-asiatischen Raum. Schnell wachsende Arten wie der Gänsefuß, Melden, Wolfsmilchgewächse, schwarzer Nachtschatten und Franzosenkraut werden künftig den Ackerkulturen noch stärker als bisher Licht, Wasser und Nährstoffe streitig machen.

Über die Auswirkungen des Klimawandels auf Schädlinge und Krankheiten im Ackerbau und viele andere Themen diskutierten rund 1 300 Fachleute aus Phytomedizin und Pflanzenschutz auf der 56. Pflanzenschutztagung des Julius Kühn Instituts (JKI), die in diesem Jahr vom 22. bis 25. September in Kiel stattfand.