Raupenplage versetzte Liberia in den Notstand

Falter, Raupe und Puppe können sich bei günstiger Witterung blitzschnell zu mehreren Generationen im Jahr entwickeln

An den Rand einer Naturkatastrophe brachte kürzlich eine Raupenplage das westafrikanische Liberia – und sie könnte sich wiederholen, sogar mehrfach.

Die Regierung rief Ende Januar den Notstand aus, da die Raupen mit ihrem Kot in mehreren Gebieten das Trinkwasser kontaminiert und große Schäden in Kulturen wie etwa Kakao, Paradiesfeige, Bananen sowie in der Wildflora angerichtet hatten. Außerdem verbreiteten die großen ausgewachsenen Motten ihre pulverigen, allergisch wirkenden Schuppen in die Umwelt. Erst Anfang Februar identifizierten Experten der FAO* das Insekt als Raupe der Motte Achaea catocaloides, so dass nun mit Unterstützung der FAO die gezielte Frühwarnung, Kontrolle, Vorsorge und Notfallplanung erfolgen kann.

Die erste Welle der Raupenplage ebbte Ende Januar ab. In einigen Fällen sollen die Schädlinge Wohnungen und öffentliche Gebäude in Millionenstärke überschwemmt haben, so dass die Menschen in Panik flohen.

500 000 Dorfbewohner sollen davon in Liberia und 45 Dörfer in Guinea betroffen gewesen sein, teilten liberianische Behörden mit. Die Diakonie-Katastrophenhilfe unterstützte die Bekämpfung der Schädlinge, um eine zweite Plage der Raupen zu verhindern. Teilweise konnten sie mit Insektiziden bekämpft werden, teilweise haben sich die Raupen in die angrenzenden Wälder zurückgezogen. Dort fliegen sie bevorzugt die Dahoma-Bäume an, in deren Umfeld sie sich unter den abgefallenen Blättern im Boden verpuppen. Um die Bäume herum wird Feuer gelegt, um die Puppen zu vernichten.

In Liberia kennt man zwar solche Raupenplagen, aber diese war doch ungewöhnlich heftig. Vergleichbares habe sich zuletzt 1970 ereignet.

*Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen

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