Lebensmittel – sicher und gesund

Obst und Gemüse sind sicher. Bei Lebensmittelkontrollen werden immer weniger Beanstandungen ausgesprochen

Verbraucher können im Obst- und Gemüseregal ohne Bedenken zugreifen und genießen. Das geht aus dem im März veröffentlichten vierten Jahresbericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hervor. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln stellen praktisch kein gesundheitliches Risiko für die Verbraucher dar. Der Bericht betrachtet Rückstände, die im Jahr 2010 in Lebensmittelproben aus den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island und Norwegen nachgewiesen wurden.

Bei mehr als 97 Prozent aller Proben hatten die Prüfer keine Beanstandungen. Rund die Hälfte war frei von messbaren Rückständen. Die EU-Behörde kommt daher zu dem Schluss, dass sich langfristig kein gesundheitliches Risiko für die Konsumenten ergibt. Kurzfristig könne bei 0,4 Prozent aller Proben ein Problem entstehen, aber nur, wenn die Waren im Übermaß und darüber hinaus ungewaschen und ungeschält verzehrt werden. 

EFSA-Bericht umfasst das EU-Programm und nationale Programme

Der EFSA-Bericht fasst die Ergebnisse der europaweiten Überwachungsprogramme zusammen. Er enthält sowohl die Daten eines von der EU koordinierten, mehrjährigen Programms, bei dem die Kontrollen in allen Ländern nach einheitlichen Vorgaben durchgeführt werden, als auch die Auswertungen der nationalen Programme, die die Länder selbst gestalten können. Erstmals nahm die EFSA auch eine „kumulative“ Risikobewertung zu den Rückständen von Pflanzenschutzmitteln vor. Anders als etablierte Verfahren, die Pestizidrückstände jeweils einzeln betrachten, berücksichtigt dieser neue Ansatz die möglichen Auswirkungen der Kombination mehrerer Substanzen mit ähnlichen toxikologischen Eigenschaften in einem Lebensmittel. Die europäischen Lebensmittelkontrolleure analysierten 2010 über 77 000 Proben aus 27 Mitgliedstaaten der EU sowie Island und Norwegen auf Rückstände von rund 1 100 Pflanzenschutz -Wirkstoffen und ihren Abbauprodukten. 

Wichtige Lebensmittel EU-weit im Fokus

Im EU-Programm untersuchten die Wissenschaftler 28 für die Verbraucher wichtige Lebensmittel, wie Äpfel, Tomaten, Salat oder Erdbeeren auf Langzeitwirkungen von 178 Wirkstoffen. Bei der kurzzeitigen Bewertung standen zwölf Lebensmittel im Fokus. Bei 98,4 Prozent der analysierten 12 168 Proben blieben die Rückstände innerhalb der zulässigen Grenzwerte. Bei 96,6 Prozent aller Salatproben traten keine Probleme auf, ebenso bei 97,2 Prozent aller Proben von Erdbeeren, 98,7 Prozent aller Proben von Äpfeln oder 98,8 Prozent aller Tomaten-Proben. 

Die meisten Proben stammen aus Deutschland

In die Auswertungen der nationalen Programme flossen 77 000 Proben ein. Die mit Abstand meisten Proben stammen aus Deutschland, nämlich 17 585. 97,2 Prozent waren in Ordnung. 99,9 Prozent aller Proben tierischen Ursprungs waren nicht zu beanstanden. Bei Lebensmitteln, die in die EU oder nach Island und Norwegen importiert wurden, lagen die Werte jedoch deutlich darunter. 7,9 Prozent aller Proben wiesen Überschreitungen auf. Von den 3 571 Bio-Lebensmittel-Proben überschritten 0,9 Prozent zulässige Grenzwerte.  

Die EFSA beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit der Qualitätssicherung. Anhand ausgefeilter Analysemethoden können auch minimale Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen werden.

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