Himbeeren - aber bitte ohne "Fleischbeilage"

Das Geheimnis des angenehm säuerlich, erfrischenden Geschmacks der Himbeere: ihr Gehalt an Apfel- und Zitronensäure

Sanft am Gaumen, gesund und aromatisch – die Visitenkarte der Himbeere. In Deutschland werden rund 34 000 Tonnen (2000) erzeugt. Weitaus mehr gefrorene Himbeeren werden importiert und industriell verwertet. Frisch verzehrt wurden 2005 nur 2 700 Tonnen. Die Liste der Schädlinge und Krankheiten ist lang. Darunter der prominenteste Schädling, der Himbeerkäfer. Seine Larven können als „Fleischbeilage“ manchen Verbrauchern den Appetit auf die rote Leckerbissen verderben – wenn man den Schädling gewähren lässt. Im Frühjahr kann er im Erwerbsanbau vor der Blüte bekämpft werden. Im Herbst sind Himbeeren überall vor ihm sicher, weil er nur im Frühjahr auftritt. Himbeeren können bis zum Frost geerntet werden. Ihre extrem kurze Lagerfähigkeit wird noch verkürzt , wenn sie vom Grauschimmel befallen werden. Eine der folgenschwersten Erkrankungen in allen Himbeeranbaugebieten der Welt geht auf den Himbeermosaikvirus zurück. Er kann ganze Bestände zum Absterben bringen.

Sensible Früchtchen

Unsere Gartenhimbeere stammt von der europäischen Wildhimbeere Rubus idaeus ab und zählt zur Familie der Rosengewächse. Beeren sind die Himbeeren eigentlich nicht, sondern eine Sammelsteinfrucht, die sich aus lauter kleinen Steinfrüchtchen zusammensetzt. Die Früchte der heutigen Sorten haben einen Durchmesser von 2 cm und sind damit doppelt so groß wie die der Wildformen. Es gibt Sorten mit roten, gelben, schwarzen und purpurroten Früchten. Letztere stammen aus Nordamerika, von der dort heimischen Art Rubus strigosus.
Reif ist die Himbeere, wenn sich der essbare Teil leicht vom Blütenboden lösen lässt. Dabei erwarten die Früchte, dass man sie trocken erntet und auf keinen Fall quetscht. Und wenn sie dann unter Einsatz von Trockeneis bei 0 Grad Celsius gelagert werden, halten sie sich noch 3 Tage frisch, höchstens.

Nicht nur der Wurm in der Himbeere...

Die Liste der Himbeerschädlinge ist lang und reicht von Blattläusen, der Kleinen und Großen Himbeerblattlaus, pilzlichen Krankheitserregern bis zur Spinnmilbe. Allen Himbeerliebhabern bekannt ist die gelbliche Larve des Himbeerkäfers Byturus tomentosus, der so genannte Wurm in der Himbeere. Er tritt bereits im Mai auf, frisst an Blüten, höhlt sie aus und nagt an den Blattknospen. Beim Sichtbarwerden der ersten Symptome bzw. vor der Blüte, also lange bevor die Früchte heranwachsen, kann der Schädling mit Insektiziden bekämpft werden.

Wurzelsterben und andere pilzliche Erkrankungen
Auslöser der Himbeerwurzelkrankheit, die zu großen Ertragseinbußen führt, ist Phytophthora fragaria var. rubi, ein Pilz, der sich insbesondere in nassen und schweren Böden gut entwickeln kann. Typische Befallsmerkmale sind gelbe Verfärbungen an der Basis der Himbeerruten, schwarz gefärbte und schlecht entwickelte Wurzeln und verkümmerte Pflanzen.

Die so genannte Graufäule bei Himbeeren wird von dem schädlichen Pilz Botrytis cinerea verursacht. Typisch ist der graue Pilzrasen, der die Früchte überzieht. An den Ruten entstehen graue Flecken, in denen sich die Dauerorgane (= Sklerotien) des Pilzes entwickeln. Bei starkem Befall müssen die Pflanzen im Frühjahr mit dafür zugelassenen Fungiziden behandelt werden. Vor allem fehlende Beschattung kann dem Rutensterben Vorschub leisten. Volle Sonne führt zur Bildung von Rissen in Bodennähe der Ruten, die dem Vordringen der Himbeerrutengallmücke Vorschub leisten. Seine Larven schaffen Eingangspforten für schädliche Pilze. Das Rutensterben kündigt sich durch blauviolette Rindenverfärbungen an. Befallene Knospen können im Frühjahr nicht austreiben.

Gute Belüftung und Schutz vor Nässe

Mit der regelmäßigen Pflege der Himbeerkultur, dem Auslichten der Bestände, der Unkrautbekämpfung und dem Entfernen befallener Ruten kann pilzlichen Erkrankungen vorgebeugt werden. Ein gegenseitiges Beschatten der Ruten sollte vermieden werden, damit sie schnell abtrocknen. Abgetragene und von Pilzen befallene Ruten sollten schnellstens tief abgeschnitten werden.

Um die Früchte vor pilzlichen Erkrankungen zu schützen, werden die Sträucher oft unter Regentunneln aus Folie angepflanzt. Damit wird auch der Boden vor zu viel Nässe geschützt, und damit dem Himbeerwurzelsterben vorgebeugt. Gleichzeitig erreicht man mit dieser Maßnahme eine frühere Ernte. Zusätzlich kann dieser bedeutenden pilzlichen Erkrankung mit Kompostdämmen entgegen gewirkt werden.

Wenn man sie im Frühjahr mit schwarzer Folie bedeckt, läuft einerseits das meiste Regenwasser ab, andererseits erwärmt sich der Boden besser, was sich positiv auf die Ernte auswirkt.

Gesund sind Himbeeren,

weil sie sich durch einen hohen Mineralstoffgehalt auszeichnen, wie vor allem Phosphor, Magnesium, Eisen, viel Kalzium (22 mg/ 100 g Himbeere) sowie Vitamin C ( 22 mg) und Vitamin A und B. Mit 6,8 g schlagen die Ballaststoffe zu Buche.